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Preungesheim Von gestern und morgen

Kinder und Senioren im Frankfurter Stadtteil Preungesheim feiern den Abschluss ihrer Geschichtenwerkstatt.

Geschichtenwerkstatt
Mal was von den Erfahrenen lernen. Foto: Rolf Oeser

Kinder und Senioren – außerhalb der Familie haben diese zwei Generationen nicht viele gemeinsame Berührungspunkte. „Wie auch?“, fragt Angela Freiberg. Für solche Begegnungen gebe es schließlich keine Räume. Gemeinsam mit der Kirchenvorsteherin und Leiterin des Museums an der Kreuzkirche, Anneliese Gad, hat die Preungesheimer Quartiersmanagerin Anfang 2016 die Interkulturellen Geschichtenwerkstätten ins Leben gerufen. Fördergeld kam von der Diakonie Hessen und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Knapp drei Jahre lang haben junge und ältere Bürger des Stadtteils Geschichte und Geschichten erzählt. Und beim Malen und Basteln gemeinsam über die Zukunft nachgedacht.

Geschichten über den Stadtteil, ihr Leben, ihre Familie. Beim Erzählcafé, einem der vielen Workshops des Projekts, konnten Preungesheimer Bewohner sie berichten. Museumskurator Stephan Döring lud dazu regelmäßig ältere Stadtteilbewohner ein. In gesammelter und gebundener Form stehen die überbrachten Erfahrungen nun der Nachwelt zur Verfügung. „Ich freue mich über die Entwicklung unseres Stadtteils“, sagt Gerhard Diehl. Mit Preungesheim ist er tief verwurzelt. Schon seit dem 18. Jahrhundert lebt seine Familie im Viertel. Auch er hat bei der Geschichtenwerkstatt mitgemacht, „aus Interesse an der Geschichte meiner Familie und der meines Stadtteils“, wie er sagt. Im Fokus des Projekts stand vor allem die Zusammenarbeit zwischen den ganz jungen und den etwas älteren Quartierbewohnern. Um das Nachvollziehen der Zeitgeschichte, aber auch um die gemeinsame Begegnung sei es bei dem Projekt gegangen, betont Anneliese Gad. Und auch um die Zukunft. Bei dem Workshop „Preungesheim der Zukunft“ haben Kinder und Senioren gemeinsam überlegt, wie sie sich ihren Stadtteil von morgen vorstellen. Das Ergebnis sind Bilder, Collagen, Fotos und Bastelarbeiten, die die Räume des Stadthauses Preungesheim bei der gestrigen Abschlussfeier füllen. Ein Roboter, der mit Schulkindern spielt oder Gärten für Alle im öffentlichen Raum? Das sind nur zwei der vielen klugen Ideen der großen und kleinen Preungesheimer. Auch selbst kreierte Spiele und Kalender haben die sieben bis 97 Jahre alten Kreativen gemeinsam entworfen.

„Die Zusammenarbeit zwischen den Kindern und Senioren hat super geklappt“, sagt Freiberg. Das findet auch der Künstler Lukas Sünder, der den Zukunftsworkshop betreut hat. Besonders interessant sei gewesen, die Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen zu beobachten. „Das hat es bei uns früher auch schon gegeben“, hätten einige Ältere gesagt, wenn Kinder Ideen für die Zukunft gehabt hätten, so Sünder. Marlen (7) hat das Basteln gefallen, „und dass ich so viel über die Geschichte gelernt habe“, sagt sie. Nach dem großen Erfolg und Anklang wolle man nun mindestens eine generationenübergreifende Aktion im Jahr durchführen, erklärt Quartiersmanagerin Freiberg.

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