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Preungesheim Fit für Bewerbungen

Das Orientierungsmobil für Jugendliche berät im Frankfurter Stadtteil Preungesheim bei Fragen rund um den Berufseinstieg.

Orientierungsmobil in Preungesheim
Kim Schulz und Tobias Speicher (rechts) beraten Jugendliche. Foto: Renate Hoyer

Entspannt sitzen Kim Scholz und Tobias Speicher auf Campingstühlen vor einem schwarzen VW-Bus. Jeden Mittwoch um 18 Uhr parken sie für zwei Stunden hier, vor dem Nachbarschaftskiosk in der Wegscheidestraße 32a. Ihr Auftrag: Berufshilfe leisten, in Form von Beratungs- und Orientierungsangeboten für Jugendliche, ihre Eltern und generell Bewohner des Stadtteils.

Das Orientierungsmobil „Omo“ ist ein von der Stadt in Auftrag gegebenes, in Kooperation mit den Quartiersmanagern geplantes Projekt. Träger ist seit seiner Erfindung 2011 das Zentrum für Weiterbildung (ZfW). Zunächst nur in Sossenheim, bald aber auch in Sindlingen und Zeilsheim stand das wie ein kleines Büro ausgestattete Fahrzeug nachmittags und abends an gut zugänglichen Plätzen in den jeweiligen Stadtteilen.

Seit August vergangenen Jahres kommt das Omo auch nach Preungesheim, doch erst seit vier Wochen steht es vor dem Nachbarschaftskiosk, mitten in einer Wohnsiedlung, schräg gegenüber vom sogenannten „Rolli“, der Rollschuhbahn. Zuvor berieten Scholz und Speicher mitten auf dem Gravensteiner Platz. Teilnehmende meldeten zurück, auf dem Platz seien sie nicht anonym genug, es sei zu viel los.

Projektkoordinatorin Eva Scharf erklärt: „In Absprache mit der Quartiersmanagerin haben wir deshalb einen neuen Ort gesucht“. Laut Scholz und Speicher überzeugt der neue Standort. Hier schlendern auch mal Anwohner vorbei und bleiben stehen, fragen nach. „Der Rolli ist auch Treffpunkt für Kinder und Jugendliche“, sagt Speicher.

In der direkten Nachbarschaft des Rollis wohnt auch Zakaria El-Abdellaoui. Aus den Kindern , die einst Rollschuh liefen, wurden junge Erwachsene, der Name blieb. El-Abdellaoui kommt inzwischen gern am Omo vorbei. „Das erste Mal war es eine Überwindung, es war mir sogar peinlich“, sagt der 22-Jährige. „Ich musste eine Bewerbung schreiben, weil unsicher war, ob meine Firma mich übernimmt“. Das Programm des ZfW umfasst auch langfristige Angebote, wie Aktivierungshilfe, Einzelberatung oder Nachhilfe. Seit sechs Jahren veranstalten die Mitarbeiterinnen außerdem die Ausbildungsmesse in Sossenheim, an der knapp 40 Betriebe aus der Region teilnehmen. Das Omo richtet sich durch niedrigschwellige Beratung besonders an junge Erwachsene, „die nicht irgendwo angedockt sind“, so Scharf.

„Häufig ist das Problem einfach der Zugang zum Wissen“, sagt Sozialarbeiterin Scholz. Fristen, Zeugnisse, Anschreiben – die Anforderungen an eine Bewerbung sind oft von Betrieb zu Betrieb verschieden, die Informationen im Dschungel des Internets verborgen. Wer sich da nicht auskennt, ist schnell überfordert. El-Abdellaoui ist mit der Beratung jedenfalls zufrieden. „Wenn man Tipps braucht, dann kriegt man auch Tipps“, fasst er schlicht zusammen.

Das Orientierungsmobil ist immer mittwochs, von 18 bis 20 Uhr vor dem Nachbarschaftskiosk in der Wegscheidestraße 32a anzutreffen. Im Internet unter www.zfw.de oder telefonisch unter 9 51 09 74 00 gibt es weitere Informationen zu den Beratungsangeboten.

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