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Omega-Brücke in Frankfurt Ungeliebte Omega-Brücke

Die Stadt hält den Bau einer sogenannten Omega-Brücke in Frankfurt für alternativlos – Bürger fürchten eine Zunahme des Verkehrs.

Berkersheim
Alexandra Marhold vom Bürgerverein findet den Berkersheimer Bahnübergang für ausreichend. Foto: Rolf Oeser

Das Thema wird die Berkersheimer noch beschäftigen: der Ausbau der S6-Strecke von zwei auf vier Gleisen. In den vergangenen Wochen gab es Vorboten zu spüren: Schwerverkehr zur Einrichtung der Baustelle fuhr durch den Ortskern, durch enge Gassen, sorgte für Staus und Behinderungen, brachte Menschen in Gefahr. Spätestens Ende Februar sollen die vorbereitenden Arbeiten fertig sein, dann geht es mit dem eigentlichen Ausbau los, der 2023 beendet sein soll.

Zum Ausbau gehört auch, dass die bisherige Überführung am Berkersheimer Bahnhof wegfällt. Wenn aus zwei Gleisen vier werden, muss eine andere Querungsmöglichkeit her. Darüber, wie der Ersatz aussehen soll, wird seit Jahren diskutiert. Bahn und Stadt präferieren eine sogenannte Omega-Brücke, die im großen Bogen über die Gleise verläuft. Der Berkersheimer Bürgerverein ist damit nicht einverstanden. „Diese Brücke ist weder notwendig noch kostengünstig“, sagt Mitglied Alexandra Marhold. Sie befürchtet ein „Monstrum aus Beton, das Autoverkehr aus dem gesamten Frankfurter Norden anzieht“. Sie und ihre Mitstreiter verteilen daher seit einigen Tagen einen offenen Brief im Stadtteil und bitten um Unterschriften.

Argumente der Grünen im Ortsbeirat 10, die die Befürchtungen über zu viel Verkehr nicht nachvollziehen können, tritt Marhold entgegen. Momentan ist die Durchfahrt am Bahnübergang nur für wenige Anlieger und Rettungsverkehr erlaubt; zudem schrecke die regelmäßig schließende Schranke viele Autofahrer ab. Mit einer großen Brücke, so Marhold, würden auch mehr Autos und mehr Schleichverkehr kommen.

Ohnehin hat sie wenig Verständnis für die Haltung der Grünen. Die würden akzeptieren, dass der Brückenbau auch den Grüngürtel tangiere. Das ist für Wera Eiselt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Ortsbeirat 10, zwar „sehr schmerzlich“, wie sie sagt. Doch nach Abwägung der Vor- und Nachteile sei man für die Omega-Brücke. Das war auch lange der Tenor im Ortsbeirat, „doch ein abschließendes Meinungsbild haben wir noch nicht“, so Ortsvorsteher Robert Lange (CDU). Das hänge zum Beispiel auch mit der Entwicklung beim Neubaugebiet Berkersheim-Ost zusammen, dessen Verkehrsanbindung eine Rolle spielen könne.

So lange es im Ortsbeirat 10 keine Einigung gibt, zögert Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), eine Entscheidung über die Brücke zu treffen. Zumal auch der benachbarte Harheimer Ortsbeirat gehört werden muss. Für Harheims Ortsvorsitzenden Frank Immel (CDU) ist die Ausgestaltung der Brücke allerdings „eher zweitrangig“. Ihm ist es vor allem wichtig, „dass die Harheimer Bürger weiterhin einen Zubringer zur S-Bahnstation haben“.

Der 25er Bus, der über Harheim zum Bahnhof fährt und derzeit fast direkt an den Gleisen hält, soll künftig nicht mehr als 100 Meter entfernt halten. „Wir wollen nach dem Brückenneubau nicht schlechter dastehen als jetzt“, stellt Immel klar. Sein Kollege Helmut Seuffert von den Grünen stimmt ihm zu.

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