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Niederursel Neuer Plan fürs Gemeindezentrum

Das ehemalige Gemeindezentrum in Niederursel soll zum Stadtteilzentrum mit Kindertagesstätte und Bürgercafé werden.

Das Gemeindezentrum verfällt. Foto: Christoph Boeckheler

Ein Bauzaun grenzt das letzte Grundstück im Wendehammer ab. Am Gebäude im Gerhart-Hauptmann-Ring 398 sind viele Fenster eingeschlagen, Schieferplatten fallen aus der Außenverkleidung des Gebäudes, Jalousien sind aus ihren Halterungen gerissen. 2001 wurde das Haus, in dem bis 1997 eine freikirchliche Gemeinde untergebracht war, verkauft. Seither verfällt es.

Aber das denkmalgeschützte Gebäude hat eine Zukunft. Wie sie aussieht, hat Anne Christl, Architektin der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BSMF), am Donnerstagabend auf der Sitzung des Ortsbeirates 8 für Heddernheim und Niederursel vorgestellt.

Ab Mitte des Jahres 2019 sollen hier im Untergeschoss Kinder durch eine Kita toben können, der große Saal des ehemaligen Gemeindehauses soll vermietet werden – eine neues Stadtteilzentrum soll entstehen. Im Februar 2018 sollen die Renovierungsarbeiten beginnen. Der Umbau wird sich in die Gestaltung der alten Häuser ein-fügen“, sagte Anne Christl von der BSMF. So sollen die Holzbekleidung, Schiebeläden und der weiße Putz wieder hergestellt werden.

Die Räumlichkeiten rund um den einstigen Gemeindesaal werden nach der Fertigstellung vom Verein zur Organisation des Kultur- und Sozialzentrums (VOKUS) betrieben. Vereine sollen den Saal für Sportangebote oder Theaterproben nutzen können. Der Saal soll auch für private Familienfeiern angemietet werden können. Der Verein selbst plant, in einem Gebäudeteil ein Bürgercafé einzurichten. „Wir haben an ein Seniorencafé, einen Müttertreff oder regelmäßige Lesungen gedacht, die dort stattfinden können“, sagte Jan Goßmann, Vorsitzender von VOKUS.

Allerdings: Renoviert wird nur das Gebäude an sich. Die Inneneinrichtung wie Stühle, Tische oder eine Küche muss der Verein selbst stellen. Dazu sei er nun auf der Suche nach Sponsoren, sagte Goßmann. Zudem müsse der Verein über die Vermietung bis zu 60 000 Euro erwirtschaften, um die laufenden Kosten zu decken. Dazu benötige man Dauermieter, so Goßmann. Das Sozialdezernat habe dem Verein jedoch Unterstützung zugesichert, falls die Finanzierung schwierig werde.

Und so überwog im Ortsbeirat die Freude darüber, dass sich etwas Konkretes tut am Gerhart-Hauptmann-Ring. Ortsvorsteher Klaus Nattrodt (CDU) sprach von einem „Quantensprung“, Yvonne Gondolf (Grüne) von „Erleichterung“. Denn das verfallende Gebäude hat die Ortspolitiker und Bürger im Stadtteil über Jahre hinweg beschäftigt.

Nach dem Auszug der freikirchlichen Gemeinde und dem Verkauf des Gebäudes hatten verschiedene Investoren verschiedene Pläne mit dem Gelände verfolgt. Doch keine Idee konnte finanziert werden, Investoren gingen insolvent und das Gebäude verfiel.

Erst seit die mehrheitlich der Stadt gehörende Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) im Jahr 2012 das Gelände erworben hat, wurde das aktuelle Konzept entwickelt.

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