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Nieder-Eschbach Sozialrathaus schließt zwei Büros

Die Bürger nehmen die Außenstellen am Bügel und in Niederursel nicht an. Nur wenn die Nachfrage sich dramatisch ändere, sei eine Rückkehr möglich, so das Jugend- und Sozialamt.

Erst ist nur ein kleines Büro am Bügel geblieben, nun wird auch das geschlossen: Ende Juni öffnet die Außenstelle des Sozialrathauses letztmals ihre Pforten. „Es wird leider nicht angenommen“, erklärt der stellvertretende Leiter des Jugend– und Sozialamts Frankfurt, Jens-Joel Offen. „Zuletzt kamen wöchentlich nur noch drei Besucher.“

Zeitgleich soll auch das Informationsbüro in Niederursel schließen, dorthin habe es nur noch einen Besucher pro Woche verschlagen. Vor zwei Jahren waren die beiden Häuser in der Nordweststadt und am Bügel zum Sozialrathaus Nord im Mertonviertel fusioniert. Dorthin sollen auch die insgesamt vier Mitarbeiter der zwei Außenstellen wechseln, „dort werden sie dringend gebraucht“, sagt Offen.

„Die Informationsbüros sollten ohnehin den Weg zum Sozialrathaus Nord ebnen“, berichtet dessen Leiterin Andrea Manger. Also in erster Linie Fragen beantworten, mit ausgefüllten Formularen mussten Familien, Senioren und Pflegebedürftige dann zur Emil-von-Behring-Straße.

Personal fehlt

Am Bügel soll diese Aufgabe künftig das Quartiersmanagement übernehmen. „Wir sind kein Ersatz für das Sozialrathaus, können aber Auskunft geben“, sagt Sozialpädagoge Marcus Schenk. In seinem Stadtteilbüro sollen demnächst die wichtigsten Formulare ausliegen und Informationsveranstaltungen stattfinden. Zudem will das Sozialrathaus eine Hotline einrichten und Hausbesuche für nicht mobile Bürger anbieten.

Indes beklagen soziale Einrichtungen am Bügel, die sich in einem Arbeitskreis vernetzen, Personalmangel. „Die Arbeitsbedingungen sind unzureichend“, findet Eckhard Hohn-Buri, Jobscout des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit. Speziell im Kinder- und Jugendbereich würden Arbeitsplätze gestrichen, vielen Einrichtung fehle mindestens eine Stelle. Reparaturarbeiten und Aufgaben von Hausmeistern müssten Mitarbeiter übernehmen.

„Das ist kein für den Bügel typisches Dilemma, sondern ein bundesweites“, sagt Quartiersmanager Schenk. Zahlen oder Einrichtungen nannte Jobscout Hohn-Buri in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 15 nicht, will sie aber nachreichen.

„Wir brauchen Fakten, dann können wir auf die Stadt zugehen“, sagte Ortsvorsteher Ernst Peter Müller (CDU). Das Jugend– und Sozialamt ist gesprächsbereit für eine Büro-Rückkehr: „Sollte sich der Bedarf dramatisch ändern, müssen wir umdenken“, sagt Offen.

Das Stadtteilbüro „Mach Deinen Bügel“, Ben-Gurion-Ring 56, ist Mo. bis Fr. von 9 bis 13 geöffnet, Do. bis 15 Uhr. Telefon 50 00 40 60.

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