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Neuer Stadtteil in Frankfurt Betroffene Anwohner wollen mitreden

Frankfurt soll einen neuen Stadtteil bekommen. Vor dem Infoabend zum geplantem Baugebiet an der A5 positionieren sich Anwohner und Politiker.

Neuer Stadtteil für Frankfurt
Neuer Stadtteil an der A5: Wohnen, wo der Verkehr rauscht. Foto: dpa

Die Ankündigung der Stadt, westlich von Praunheim und Niederursel Voruntersuchungen zum Bau eines neuen Stadtteils einzuleiten, hat bei den Bewohnern in den angrenzenden Ortsbezirken Verunsicherung ausgelöst. Bevor Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am kommenden Mittwoch die Bürger informieren will, positionieren sich diese vorab schon einmal selbst.

„Ich habe gemerkt: Es herrscht viel Fehlinformation“, sagte Jan Goßmann, Vorsitzender des Bürgervereins Brücke 71, der sich für die Belange der Nordweststadtbewohner einsetzt. Der Verein lud am Freitag zum Diskussionsabend ein. Es kursierten viele Gerüchte, etwa über siebenstöckige Gebäude an der Autobahn, sagt Goßmann. Der Bürgerverein wolle seriöse Informationen austauschen und ordnen. „Damit wir kompetenter in den Infoabend mit Josef gehen und gezielte Fragen stellen können.“

Das Ziel haben auch die Mitglieder der CDU in den Ortsbezirken 7 und 8. Sie haben eine stadtteilübergreifenden Arbeitsgruppe formiert. Bei einem Termin am Donnerstagabend machten sie deutlich: „Im Moment sehen wir das Vorhaben negativ.“

Den Vortrag des Magistrats zu den anstehenden Planungen im Gebiet rund um die Autobahn 5 hält Thomas Rätzke, Sprecher der AG und Mitglied im Ortsbeirat 7, für zu vage. Zwar wolle man die Planungen nicht abschließend bewerten, einige klare Positionen hat die CDU dennoch bereits bezogen. Besonders ärgert ihn der Umgang mit der Ortsumfahrung Praunheim. „Die war als Entlastung für die jetzige Bebauung gedacht.“ Die Forderung der Gruppe fasst Veljko Vuksanovic, stellvertretender Vorsteher im Ortsbezirk 7, zusammen: „Bevor der Bau des Stadtteils beginnt, soll die Infrastruktur schon vorhanden sein.“

Auch über eine bessere Anbindung an das Umland sollte nachgedacht werden. Die Aussicht auf Wohnungen für 30 000 Menschen könne die Vertreter der Arbeitsgruppe nicht nachvollziehen. „Wer sagt denn, dass die alle in Frankfurt wohnen müssen? Die Stadt ist begrenzt“, sagt Katja Klenner, CDU-Beiratsmitglied im Ortsbeirat 8. „Die Dimension ist das Problem.“ Schließlich stehe auch die Identität der Stadtteile auf dem Spiel. „Wir sind eher für konventionelle Bebauungspläne: verdichten und aufstocken“, sagt Christdemokrat Joachim Rotberg.

Konkrete Forderungen erhebt Brücke 71 nicht. Man stehe den Planungen des Stadtteils grundsätzlich offen gegenüber, sagt Jan Goßmann. „Aber wir kennen den Stadtteil, wir kennen die Details. Wenn die Stadt hier schon was baut, dann wollen wir auch mitreden, auf konstruktive Weise.“

Über die Planungen zu Frankfurts neuem Stadtteil informiert Planungsdezernent Mike Josef am Mittwoch, 27. September, 19 Uhr, im Saalbau Titusforum, Walter-Möller-Platz 2.

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