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Künstler in Frankfurt Zum guten Techno gehört auch Gesang

Als Sänger der Techno-Band Moskwa TV stand Jan Veil in den achtziger Jahren mit Dj Talla 2XL auf der Bühne. Heute ist es eher still um den Frankfurter Musiker geworden.

Techno-Musiker Jan Veil
Techno-Musiker Jan Veil am Klavier in seinem Haus in der Grillparzer Straße. Foto: Peter Jülich

Als Frontmann der Artpop-Band „Moskwa TV“ feierte Jan Veil in den 80er und 90er-Jahren internationale Erfolge. Zum großen Durchbruch kam es indes nie. Seit dem Aus der Band ist der Musiker solo aktiv. Unser Autor Jan Klauth hat Veil in seinem Haus im Dichterviertel getroffen.

Herr Veil, Sie stießen Mitte der 80er Jahre zur Kultband Moskwa TV, die bis dahin keinen Sänger hatte. Wie kam das?
Während meines Germanistik- und Psychologiestudiums arbeitete ich unter anderem als Model. Hobbymäßig drehte ich kleine Videos, in denen ich Songs coverte. Einige davon gelangten über zwei, drei Ecken zur Plattenfirma CBS, bei der meine erste Single erschien. CBS empfahl mich an die Jungs von Moskwa TV weiter, die auf der Suche nach einem Sänger waren.

Vielen Szenekennern ist Moskwa TV heute noch ein Begriff. Warum hat die Band nie den großen Durchbruch geschafft?
Das lag auch am schlechten Timing (lacht). Unsere Single „Tell me tell me“ lief in den Radiosendern einiger US-Städte. Wir waren kurz vor dem US-Release, den unsere Plattenfirma „Westside“ mit der „Metronome“ lanciert hatte. Das war Anfang der 90er. Dann ging Westside konkurs. Metronome, die viel Geld für den Deal gezahlt hatte, stellte prompt alle Promo-Aktivitäten in Deutschland ein und stoppte den Release in den Staaten.

Und was geschah mit der deutschen Veröffentlichung?
„Javelin“ erschien mit einer Erst-Auflage von 10 000 Stück. Praktisch ohne Werbung. Der große kommerzielle Erfolg blieb aus. Das bedeutete das Ende von Moskwa TV. Für mich stand aber fest, dass ich unter dem Namen Ion Javelin – ein Anagramm meines bürgerlichem Namens – weiter Musik machen würde.

Wie ging es musikalisch weiter?
Unsere Musik hatte nur wenig gemein mit jener, zu der sich Techno gegen Ende der achtziger Jahre zu entwickeln begann. Durch mich als Sänger wurde der Trend hin zum Elektro-und Artpop und weg vom maschinellen Techno weiter verstärkt. In den Neunzigern dominierte aber zunehmend härter, unmelodiöser und stumpfer werdender Techno und House. Die Beschränkung auf zwei, höchstens drei Harmonien pro Titel ödete mich an. Zu guter elektronischer Musik gehören klare Song-Strukturen, Melodienvielfalt und auch Gesang.

Man kann also sagen, Sie passten nicht ins Format des massentauglichen Technos. Trotzdem machten Sie weiter Musik.
Ja, vor allem mit dem Produzenten und Keyboarder Volker Barber. Wir arbeiten gelegentlich zusammen. Entstanden sind zahlreiche Einzeltitel und zwei fertig produzierte Alben. Erschienen sind die aber bis heute nicht.

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