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Kirchen in Frankfurt Spenden für die Thomasorgel

Die evangelische St.-Thomas-Gemeinde in Frankfurt benötigt 250.000 Euro für die Sanierung ihrer Orgel. An Ideen, das Geld zu akquirieren, mangelt es nicht.

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Kantor Tobias Koriath bespricht mit dem japanischen Organisten Kazuki Tomita Werke für den Diskussionsabend in der Thomaskirche. Foto: Andreas Arnold (Andreas Arnold)

Eigentlich, so lautet eine Faustregel, sollte eine Orgel etwa alle 20 Jahre grundlegend gereinigt und saniert werden. Noch ein Jahr und es wird 30 Jahre her sein, dass die Orgel der evangelischen St.-Thomas-Gemeinde in der Kirchstraße letztmalig einer solchen Generalkur unterzogen wurde. Die Behandlung also ist längst überfällig. Daher soll das 65 Jahre alte Instrument bis 2021 nicht nur gesäubert, sondern auch modernisiert und erweitert werden.

Ziel ist es auch, eine neue Klangvielfalt zu erreichen, um beispielsweise auch Werke der Romantik spielen zu können. So wird in die Orgel eine sogenannte Einzeltonansteuerung eingebaut, mit der jede Pfeife von jeder Taste der Klaviatur angesteuert werden kann. Ein Novum in Frankfurt.

Mit Kosten in Höhe von 250 000 Euro rechnet Tobias Koriath, Kantor der St. Thomasgemeinde, für die ersten Arbeiten. Das Geld soll durch eine Spendenaktion eingenommen werden. Zum Auftakt gab es am Donnerstagabend die Diskussionsrunde „Wohin mit der Orgel?“, an der in der Kirche St. Thomas vier Gäste aus Musik und Kirche teilnahmen. Der japanische Organist und Bachpreisträger Kazuki Tomita präsentierte zudem an der Thomas-Orgel Werke, unter anderem von Johann Sebastian Bach.

 

Auf die Rolle der Orgel in der evangelischen Kirche ging Christa Kirschbaum, Landeskirchenmusikdirektorin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, ein. „Die Orgel ist da, um den Gesang zu unterstützen“, sagte sie. Die Orgel sei nicht heiliger als andere Instrumente, aber sie schaffe eine andere Atmosphäre.

Laut Stefan Viegelahn, Professor für Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, sei die Orgel durchaus noch ein lebendiges Instrument. Trotz Stellenkürzungen gebe es immer noch ausreichende Berufsaussichten für studierte Organisten. Ferner würde immer noch Orgelmusik komponiert.

Dass die Thomasgemeinde ihr Orgelprojekt durch Spenden finanzieren muss, ist laut Thomas Kreuzer, Geschäftsführer der Fundraising Akademie Frankfurt, heutzutage gang und gäbe. Das machten andere Gemeinde auch. „So eine Spendenaktion kann eine Gemeinde aber auch näher zusammenbringen“, fand er, und für eine Aufbruchstimmung sorgen. „Ich denke, dass die Orgel ein attraktives Spendenprojekt für den Einzelnen ist“, sagte Kreuzer.

Wer möchte, kann die Orgelrenovierung der St. Thomasgemeinde auf vielfältige Weise unterstützen: So verkauft die Gemeinde einen so genannten Orgelwein vom Weingut Petershof aus Alzey-Schaffhausen, zu beziehen im Gemeindebüro unter Telefon 57 28 40. Denkbar ist auch eine Spende von 25 Euro für einen Wippmagneten, mit dessen Hilfe die Einzeltonansteuerung der Orgel ermöglicht werden soll. Oder Ideen für eine Benefizveranstaltung zugunsten der Neugestaltung der Orgel.

Spenden nimmt die Thomasgemeinde auf das Konto mit der IBAN: DE53 5206 0410 0004 1013 75, BIC: GENODEF1EK1 entgegen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter thomasorgel.info.

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