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Kalbach Schmökern im Trend

Die Kinderbuchmesse in Kalbach-Riedberg lockt 550 Lesefreunde an. Aimée Carter gewinnt den Buchpreis „Klapperschlange“.

33. Kinderbuchmesse Kalbach Kalbacher Klapperschlange, Alte Turnhalle, Frankfurt, Bild x von 7
Die dreijährige Anni im Bann des Buches. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Auf die Frankfurter Buchmesse folgt traditionell die Kinderbuchmesse Kalbach-Riedberg. Seit 33 Jahren richtet der Kinderverein aus dem Stadtteil die Messe für junge Leser aus. Sie ist längst überregional bekannt. Insbesondere für die Vergabe des Literaturpreises „Kalbacher Klapperschlange“ hat sie sich in der Branche einen Namen gemacht. Entsprechend viele Bücherfreunde zieht es am Samstag und Sonntag in die Turnhalle am Grubweg 6.

Zur Preisverleihung am Samstagnachmittag sind allein 300 Besucher gekommen. Die 1988 von Kinderbuchautorin Regina Rusch initiierte „Kalbacher Klapperschlange“ gewinnt in diesem Jahr die US-amerikanische Autorin Aimée Carter für ihr Buch „Animox – Das Heulen der Wölfe“. Der Preis ist unter Autoren begehrt, da er von einer Kinderjury vergeben wird. „Für einen Schriftsteller ist es eine besondere Ehre, wenn er von der eigenen Zielgruppe gewürdigt wird“, sagt Christine Matthias, Pressesprecherin des Kindervereins Kalbach. Unter den Preisträgern der vergangenen 30 Jahre sind Autoren wie Cornelia Funke oder Nele Neuhaus, die auch schon zu Gast auf der Kinderbuchmesse waren.

Früher waren es zehn Bücher und elf Jurymitglieder, heute wird der Siegertitel aus einem Pool von 60 Kinder- und Jugendbüchern ausgewählt. 143 Kinder aus Kalbach-Riedberg und angrenzenden Stadtteilen bildeten in diesem Jahr die Jury. Jedes Kind las mindestens fünf der in 2016 erschienenen Bücher – einige deutlich mehr. „Drei Jugendliche haben tatsächlich alle 60 Bücher gelesen“, erzählt Matthias. „Obwohl sie nur vier Monate Zeit dazu hatten.“ 1320 Buchbewertungen seien auf diese Weise zusammengekommen.

Neben der Preisverleihung gibt es am Wochenende allerhand zu entdecken. Die Kinderbuchhandlung Tatzelwurm stellt mehr als 1500 Bücher zum Stöbern, Schmökern und Kaufen aus. Darunter Bilderbücher, Kinder- und Jugendromane, Sachbücher, Weihnachtstitel, Hörbücher, Bücher der Klapperschlangen-Preisträger und eine kleine Auswahl an Romanen für Erwachsene.

Am Samstagabend liest Kinderbuchautorin Stephanie Polàk aus „Wie ich plötzlich reich wurde und dachte, alles wird cool“. Außerdem werden die ganz kleinen Besucher in einem Bilderbuchkino an das Lesen herangeführt. Rund 550 Gäste zählen die Organisatoren bis Sonntagnachmittag. „Wir sind sehr zufrieden – auch mit den Beteiligungen an unserer Kinderjury“, sagt Christine Matthias. Denn ein zentrales Ziel der Veranstaltung sei die Leseförderung.

Für Thomas Pauly, Inhaber der Buchhandlung Tatzelwurm, hat sich der Aufenthalt nicht rentiert. Seit neun Jahren ist er für die Ausstellungsfläche zuständig. „Die Leute verbinden den Besuch auf der Messe mit ihrem Sonntagsausflug. Sie kommen nicht, um gezielt Bücher zu kaufen“, sagt er. Dass er trotz des schlechten Umsatzes immer wieder kommt, begründet er mit der langjährigen Tradition der Veranstaltung. Die Leseförderung sei auch ihm ein besonderes Anliegen, denn er beobachte besorgt, dass stetig weniger Jugendliche zu einem Buch greifen.

Und was liest der verbliebene Nachwuchs? „Die Animox-Reihe der diesjährigen Klapperschlangen-Preisträgerin, Comics oder Gregs Tagebücher. Sachbücher laufen weniger gut“, sagt der Buchhändler. Christine Matthias stellt jedes Jahr einen neuen Trend fest.

Vor zwei Jahren seien es Erzählungen mit Drachen gewesen. „Heute sind realitätsnahe Geschichten und Bücher mit Gestaltwandlern beliebt“, so die Pressesprecherin des Kindervereins. Sie blickt hoffnungsvoll in die Lesezukunft der Jugend. „Es gab schon immer Schwankungen im Leseverhalten. In der Kalbacher Kinderbücherei verzeichnen wir zurzeit erfreulicherweise eine hohe Ausleihrate.“

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