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Kalbach Mehr Raum für Geschichte

Der Kalbacher Bürgerverein möchte seine Ausstellung im alten Rathaus vergrößern. Geplant sind wechselnde Ausstellungen.

Kalbach
Der Vorsitzende Kurt Mathé (links) und Stadtteilhistoriker Wolfgang Diel begutachten einen Bembel. Foto: Rolf Oeser

Das Heimatmuseum in Kalbach fällt vielen Besuchern auf den ersten Blick kaum auf. Untergebracht im alten Rathaus besteht es derzeit aus einer Glasvitrine im Warteraum des Bürgeramtes. „Heimatmuseum ist eigentlich ein etwas zu großer Begriff für die Ausstellung“, sagt Wolfgang Diel, Chronist und Archivar des Bürgervereins.

In der Vitrine stellt der Verein mit einigen Exponaten, Schriftstücken und Infotexten die mehr als 1200-jährige Geschichte von Kalbach dar. Alles wirkt ein wenig gequetscht und doch bietet die Ausstellung einen informativen Überblick der Stadtteilhistorie. „Wir hoffen, dass die Besucher des Bürgeramtes sich ein bisschen mit der Geschichte beschäftigen, während sie warten“, sagt Diel. Damit es bald noch mehr zu entdecken gibt, will der Bürgerverein einen Raum im Obergeschoss zum Museumszimmer umbauen.

Durch eine Glastür sollen Besucher des Rathauses dann jederzeit die Möglichkeit haben, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Anders als das Stadtteilarchiv im Nebenraum wäre das Museumszimmer auch ohne Begleitung einsehbar. Thematisch soll zunächst für ein Jahr die Arbeit von Frauen in den 1950er und 1960er Jahren dargestellt werden. Dazu plant der Bürgerverein den Raum mit historischen Küchenschränken, einem alten Herd, einer Nähmaschine aus der Zeit und weiteren passenden Exponaten zu gestalten. „Die Frauen haben früher mit ihren vielfältigen und anstrengenden Tätigkeiten einen bedeutsamen Beitrag zum Leben im Dorf geleistet“, sagt Diel. „Das wollen wir mit der Ausstellung würdigen.“ Nach etwa einem Jahr soll das Museumszimmer umgestaltet werden und sich mit dem Thema Schule befassen.

Bevor die Pläne umgesetzt werden können, müssen noch der Ortsbeirat und die anderen Vereine zustimmen, welche die Räume im alten Rathaus ebenfalls nutzen. Laut Kurt Mathé, Vorsitzender des Bürgervereins, könnte die Umgestaltung nach der Zustimmung jederzeit beginnen. „Wir wollen niemanden verdrängen, da die anderen Vereine auch eine tolle und wichtige Arbeit machen“, sagt Mathé. „Ich bin aber davon überzeugt, dass wir uns arrangieren können.“

Der Bürgerverein hofft vor allem deswegen auf eine Entscheidung zugunsten des Museumszimmers, da der Raum in den vergangenen Jahren kaum genutzt worden sei. „Ich finde es wichtig, die Geschichte des Ortes zu vermitteln, da diese sonst in Vergessenheit gerät“, sagt Diel, der auch für die Grünen im Ortsbeirat sitzt. „Der Stadtteil verändert sich ja fast täglich, da historische Gebäude immer wieder durch Neubauten ersetzt werden.“

Der Bürgerverein glaubt, dass das geplante Museumszimmer mehr Kalbacher für die Geschichte des Stadtteils begeistern könnte. Eine Vergrößerung der Ausstellung über den geplanten Raum hinaus ist laut Verein nicht vorgesehen. Man könne schließlich das alte Rathaus nicht vergrößern und hätte auch nicht genug Mitglieder, eine größere Ausstellung zu betreuen. „Wir haben eben nicht die Möglichkeiten für ein richtiges Heimatmuseum“, sagt Diel. „Der Wunsch, den musealen Aspekt vergrößern zu können, ist aber schon da.“

Der Vorsitzende des Vereins, Kurt Mathé, ist unter der Telefonnummer 50 52 95 zu erreichen.

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