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Kalbach Jugendhaus macht Besuchern viele Angebote

Im Kinder- und Jugendhaus Kalbach wird gespielt, kreativ gearbeitet, Sport gemacht und bei Hausaufgaben unterstützt. Besucher sollen aber auch einfach mal entspannen können.

Für FR vor Ort
Die Zwillinge Sarah (vorne) und Jolina kommen entspannen sich im Chill-out-Raum. Foto: Michael Schick

Laute Rap-Musik hallt aus den Boxen der Anlage, in der offenen Küche brodelt die Suppe auf dem Herd. Während Sozialarbeiter Tim Basseng noch mit dem einen oder anderen Besucher des Kinder- und Jugendhauses Kalbach an der Arbeitsfläche in der Küche steht und fleißig die letzten Zutaten für den Salat schnippelt, sitzt eine handvoll Besucher auf den Sofas, lauscht der Musik und schaut, mal mehr, mal weniger interessiert dem Treiben an der in der Mitte des Raumes platzierten Tischtennisplatte zu.

Das Kinder- und Jugendhaus Kalbach bietet auf mehr als 300 Quadratmetern ein reichhaltiges Angebot für Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren, außer dem offenen Café mit Tischtennisplatte, Kicker und Billardtisch gibt es zudem einen Kreativ- und Hausaufgabenraum sowie einen mit reichlich Sofas ausgestatteten Chillraum, wie Leiterin Sabine Kremer erzählt. Dazu komme der großflächige Außenbereich, auf dem Basketballkörbe und Fußballtore zur sportlichen Betätigung einladen. Hier findet auch zweimal im Jahr eine Ferienfreizeit für Schüler statt.

Zwar gebe es ein festes Rahmenprogramm im Kinder- und Jugendhaus, wie zum Beispiel die von Montag bis Donnerstag regelmäßig angebotene Hausaufgabenunterstützung oder den jeden Dienstag stattfindenden Mädchentag, doch fuße sämtliche sich entfaltende Tätigkeit im Haus, wie Kremer erläutert, „letztlich auf dem Prinzip der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.“

Da Kinder und Jugendliche heutzutage, angefangen vom Sportverein bis hin zum privaten Musikunterricht, in so viele Angebote rein gezwängt würden, so Kremer, „verstehen wir uns als Freizeitangebot für die Kinder, als einen Ort, an dem sie sich auch einfach mal ausruhen können.“ Das bedeute in der Praxis selbstverständlich nicht, dass die Besucher in den Räumlichkeiten einfach machen könnten, was sie wollten, betont Kremer.

Dennoch wolle man den durchschnittlich 15 bis 20 täglichen Besuchern vermitteln, „dass sie sich hier wie zu Hause fühlen können.“ Dafür sei es notwendig, wie Sozialarbeiter Tim Basseng ergänzt, „dass du bereit bist, dich individuell auf die Bedürfnisse der Kids einzustellen“. Genau deswegen entfalten die Tätigkeiten im Haus ihre große Spannbreite, angefangen bei der Hilfe beim Ausarbeiten von Referaten über Kreativprojekte, bei denen etwa aus alten Pullovern neue Taschen und Kissen genäht werden, bis hin zu Workshops zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken.

„Wir machen hier nicht einfach nur Betreuung“, fasst Basseng die Arbeit im Kinder- und Jugendhaus zusammen, „wir machen außerschulische Bildungsarbeit, hier passiert wirklich was.“

Im offenen Café steht derweil die elfjährige Jolina an einem Tisch. Sie kommt ungefähr dreimal die Woche ins Kinder- und Jugendhaus, „weil man hier viel Spaß haben und mit seinen Freunden rumhängen kann“, wie sie erzählt. Neben ihr steht der ebenfalls elfjährige Colin, in seinen Händen hält er einen großen Stapel Spielkarten, die er mit einer gekonnten Handbewegung in einem Halbkreis auf dem Tisch verteilt. Julina soll sich eine Karte aussuchen, sie sich angucken und danach zurück in den Stapel legen.

Während Colin den Kartenstapel wieder mischt, entbrennen unter der handvoll um ihn herumstehenden Besucher die ersten Diskussionen darüber, wie seine Zaubertricks eigentlich funktionieren. Doch das verrät Colin selbstverständlich nicht, sondern deckt stattdessen mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht genau die Karte auf, die Julina sich ausgesucht hatte.

Warum er regelmäßig ins Kinder- und Jugendhaus geht? „Weil’s hier cool ist und man alles machen kann, wenn man will, auch einfach nur chillen“, sagt er abschließend.

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