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Kalbach Bankfiliale wird trotz Protest geschlossen

Die Sparkasse zieht komplett auf den Riedberg - der Schritt sei unvermeidbar, argumentiert der Filialleiter. Die Grünen fürchten Einschränkungen vor allem für ältere Menschen.

Der Ortsbeirat hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die Sparkassen-Filiale in Kalbach doch noch erhalten zu können. Deswegen fordert der 12er den Magistrat auf, sich für den Verbleib einzusetzen. Die Filiale, so hieß es letzte Woche seitens der Frankfurter Sparkasse, soll Ende Januar geschlossen werden. Beratungen würden dann in der Filiale am Riedberg angeboten, in Kalbach soll es nur noch einen Geldautomaten, einen Kontoauszugsdrucker sowie Briefkästen geben.

Pedro Ferreira, Leiter der Filialen in Kalbach und Riedberg, war in der Sitzung zugegen. Er begründete den Schritt einerseits mit einem Rückgang der Nachfrage. Man habe sogar Beschwerden von Kunden erhalten und Briefe mit dem Inhalt, man werde nicht mehr gebraucht. Andererseits würden die Räumlichkeiten modernen Anforderungen an die Barrierefreiheit nicht mehr entsprechen.

Zusätzlich ließe sich die geforderte Diskretion bei Beratungsgesprächen baulich nur schwer realisieren. „Und da Kalbach sehr klein ist, kennt jeder jeden, was zu Problemen führen kann“, sagt Ferreira. Die Privatsphäre muss geschützt bleiben.

Ein Umbau der Filiale würde sich mit Blick auf die geringe Nutzung nicht rechnen. Dafür würden die derzeit zwei Mitarbeiter aus Kalbach ab Januar in der neuen Filiale am Riedberg arbeiten. Ferreira bedauerte den Schritt, betonte aber ebenfalls seine Unvermeidbarkeit.

Im Ortsbeirat stieß die Entscheidung größtenteils auf Unverständnis. „Wir haben vor allem die älteren Bewohner im Blick“, erklärte Wolfgang Diel, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Sie kämen oftmals nicht zurecht mit den Geldautomaten und seien auf Hilfe angewiesen. Kalbach verliere überdies durch den Weggang einen Teil seiner Attraktivität. Susanne Kassold, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Ortsbeirat, argumentierte ebenfalls mit „einer Institution für die Älteren“, die verloren ginge. Der Wegzug sei „ein großer Rückschritt“, habe die Sparkasse doch einen öffentlichen Auftrag.

Sascha Vogel, Fraktionsvorsitzender der CDU, bedauerte zwar ebenfalls die Entscheidung der Sparkasse. „Wir sehen aber gleichzeitig, dass das ein Prozess ist, der sich nicht verhindern lässt.“ In der Zukunft sei es eben so. Geschlossen enthielten sich die Fraktionen von CDU und FDP dementsprechend auch bei der Abstimmung.

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