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Innovationsquartier Frankfurt Irritationen über Bohrungen

Die Stadt Frankfurt bohrt im geplanten Innovationsquartier zur Probe, ohne Eigner zu informieren, moniert die BI Grüne Lunge.

Nordend in Frankfurt
2016 habe die Stadt bereits vermessen, so die BI. Foto: Peter Beckmann

Peter Beckmann hat aus der Zeitung von der Sache erfahren. „Ich kenne keinen, der unterrichtet worden ist“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative Grüne Lunge am Günthersburgpark. Die Rede ist von den Probebohrungen, die die Stadt auf dem Gelände des geplanten Innovationsquartiers östlich der Friedberger Landstraße durchführen wird.

Für die müssen die Arbeiter einige der dortigen Klein- und Freizeitgärten betreten und mit Maschinen befahren. „Das ist in keiner Weise mit der Grünen Lunge abgesprochen“, sagt Beckmann. Die Initiative setzt sich für den kompletten Erhalt der Grünflächen ein.

In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es, die Bohrungen seien „mit den Eigentümern und Pächtern der Flächen abgestimmt“. Beckmann widerspricht: Er kenne „keinen einzigen, mit dem irgendwas abgestimmt wurde“. Er behauptet: „Wenn einer gefragt worden wäre, dann wüsste ich das.“ Die Probebohrungen für das Großbauprojekt, bei dem auf 20 Hektar 1200 neue Wohnungen entstehen sollen, werden am 22. Oktober beginnen und werden laut Stadt etwa „drei bis vier Wochen in Anspruch“ nehmen. 

Sie dienen dazu, die Tragfähigkeit und Versickerungsfähigkeit des Bodens zu überprüfen. Es handelt sich „nicht um konkrete Baumaßnahmen“, sondern um „Voruntersuchungen zur Bodenbeschaffenheit“. Das Stadtvermessungsamt wird die Flächen wohl  ab Montag, 15. Oktober, zur Vorbereitung betreten.

Beckmann berichtet, im Jahr 2016 hätte die Stadt in den Gärten und auf den Wegen schon einmal gebohrt. „Sie sind einfach da rein und haben losgelegt“, erzählt er. „Überall, wo kein Zaun die Eindringlinge abhielt, sind die Arbeiter auf Privatland und haben gebohrt.“ Auch seien sie über Zäune geklettert und hätten ihre Maschinen in Gärten geparkt. „Wenn man es nicht mit den Eigentümern abstimmt, ist es illegal“, so Beckmann. „Wir fordern weiterhin den Stopp der gesamten Planung – und lehnen die Probebohrungen deswegen natürlich vollständig ab.“ 

Ingo Weiskopf vom Stadtplanungsamt betont, die anberaumten Bohrungen würden „nur auf einzelnen Grundstücken“ durchgeführt. Alle betroffenen Eigentümer und Pächter seien neben der Pressemitteilung auch „direkt informiert“ worden. Es könne sein, dass in Einzelfällen „die allgemeine Bekanntgabe früher als die Direktinformation ankam.“ Die Erkenntnisse aus den Bohrungen sollen laut Weiskopf bei der Erstellung eines Entwässerungs- und Versickerungskonzepts die Günthersburghöfe, wie das Quartier heißen wird, helfen.

Jochen Vielhauer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ortsbeirat 3, sagt, gegen eine Untersuchung des Bodens sei „grundsätzlich nichts einzuwenden“. Das sei „ein ganz normaler Vorgang“. Sollten die Bohrungen aber tatsächlich nicht mit den Gartenbesitzern abgesprochen sein, gehe das „natürlich nicht“, so Vielhauer. „Ich gehe davon aus, dass vorher mit den Eigentümern und Pächtern geredet wird. Man muss ja auf das Gelände drauf kommen und möglicherweise geht dabei auch das ein oder andere kaputt.“ 

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