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Harald Lange Heimatgefühle im Jazz und in Chansons

Der Liedermacher Harald Lange singt und dichtet über Frankfurt und verbindet verschiedene Stilelemente und Sprachen.

Harald Lange
Harald Lange beherrscht verschiedene Instrumente, darunter Klavier und Klarinette. Foto: Peter Jülich

Auf beinahe vierzig Jahre Musikererfahrung kann Harald Lange mittlerweile zurückblicken. Der Liedermacher hat sein großes Hobby zum Beruf gemacht. Er arbeitet als Musiklehrer und gibt Konzerte für Stadtteil-Initiativen und Kirchengemeinden.

Herr Lange, in Eschersheim kennt man Sie vor allem mit deutschen und hessischen Texten. Aber eigentlich verbinden Sie diese auch mit französischen Liedern und New Orleans Jazz. Wie passt das zusammen?
Meine Anfänge liegen im Jazz, das erste Instrument, das ich beherrschte, war die Klarinette. 1975, zur Abiturfeier an der Wöhlerschule, hatte ich meinen ersten Auftritt – falls man das so nennen kann. Ich kannte nur wenige Griffe, zusammen mit fünf Klassenkameraden spielten wir den St. Louis Blues von W.C. Handy in der Aula. Musikalisch war das nicht gerade gut, aber immerhin gab es Beifall. Für die restlichen fünf war das der erste und letzte Auftritt (lacht).

Aber Sie machten weiter.
Ja, ich inserierte in einer Fachzeitschrift als „Klarinettist mit Banderfahrung“. Die beschränkte sich allerdings auf das Schulkonzert. Bei zwei Jazzbands durfte ich vorspielen. Die Red Hot Beans haben mich abgelehnt – witzigerweise stieß ich Jahre später als Klarinettist und Bandmitglied zu ihnen. Die zweite Band, Rivertown Company, heuerte mich an. Als Bandmitglied nahm ich professionellen Unterricht und verbesserte mich auf der Klarinette.

Wie kam es zu den deutschen und hessischen Texten?
Die Rivertown Company hatte sich aufgelöst und ich fing an, Gedichte zu vertonen – ohne Band, mit Klavier als Begleitung. Später fing ich an eigene Texte zu schreiben und widmete mich auch französischen Chansons.

Woher kommt die Frankophilie?
Ich habe Französisch und Biologie an der Goethe-Universität sowie ein Semester in Marburg studiert. Da lag es nahe, das Land zu bereisen. In Frankreich konnte ich mit einigen Musikern in Kontakt treten und ließ mich inspirieren.

„Mein Meer aus Asphalt, das tut mir gut“ singen sie auf Ihrem jüngsten Album. Eine Ode an Frankfurt?
Ich bin Frankfurter durch und durch, die Stadt liegt mir am Herzen. Hier bin ich geboren, aufgewachsen und habe studiert. „Mein Meer aus Asphalt“ spielt aber auch auf schöne Urlaubserlebnisse an. Seit mehr als 20 Jahren fahre ich im Sommer in den Ort Horum an der Nordsee. Früher hat mich mein Sohn begleitet, heute ist er allerdings erwachsen und plant seine eigenen Urlaube. In Horum habe ich auch das Reiten neu entdeckt. Ich reue mich daher jedes Jahr wiederzukommen.

Passen Liedermacher und Jazzmusiker heute noch ins Frankfurter Nachtleben?
Dass ein einzelner Musiker am Klavier einen ganzen Laden unterhält, sieht man heute leider kaum noch, das ist etwas aus der Mode gekommen. Allerdings gibt es einige kleine, aber feine Bars, in denen man handgemachte Livemusik erleben kann. Beispielsweise die Art Bar in Sachsenhausen oder das Mampf in Bornheim.

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