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Ginnheim Verbindungsweg wird gekappt

Wenn die Gleise für die Main-Weser-Bahn ausgebaut werden, wird die Unterführung an der Woogstraße in Ginnheim gesperrt.

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Die Unterführung unter den Bahngleisen hindurch wird wegen der Bauarbeiten gesperrt. Foto: Andreas Arnold (Andreas Arnold)

Das westliche Ende der Ginnheimer Woogstraße in Richtung Niddapark: Aus einem der Gärten kräht ein Hahn, Vögel zwitschern, ab und dann ertönt eine Fahrradklingel. Beinahe idyllisch haben es die Ginnheimer hier. Doch damit ist es bald schon vorbei. Irgendwann in den kommenden Monaten kommt auch hier, an der Unterführung Woogstraße, die Baustelle im Zuge des Ausbaus der Main-Weser-Strecke an. Entlang der Trasse wird die Anzahl der Gleise auf vier verdoppelt. Wie nun bekannt wurde, wird deshalb die Unterführung in Richtung Ginnheimer Wäldchen vier bis acht Wochen gesperrt – mehrmals.

Die Bahn informierte den Ortsbeirat 9 hierüber vor Kurzem bei einem Ortstermin. Wann genau und für welchen Zeitraum die Unterführung dicht ist, könne man aber noch nicht genau sagen. Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) ist verärgert – nicht so sehr über die Bahn, sondern über das Straßenverkehrsamt. „Das Amt hat bislang weder uns noch die Anwohner über die Sperrung informiert, obwohl es der Bahn das Okay gegeben hat“, moniert er. Hesse fordert daher, dass Vertreter des Amtes bei einem Termin vor Ort über die Sperrungspläne aufklären.

Teil des Schulwegs jetzt unpassierbar 

Thomas Budenz (BFF) wohnt in der Woogstraße und ist wenig erfreut. „Für viele Kinder der Ernst-Reuter-und Geschwister-Scholl-Schule ist die Unterführung der Schulweg“, sagt er. Auch Kicker der Germania Ginnheim und Gäste des Wirtshauses würden den Weg nutzen. Informiert seien bisher die wenigsten. Im Ortsbeirat 9 hat Budenz daher einen Antrag gestellt, der über Sperrung, Alternativen und Umbau informieren soll. Die Grünen hingegen fordern Bahn und Stadt auf, einen Zeitplan der Bauarbeiten zu veröffentlichen. So solle „Bürgernähe“ statt „Irritation“ geschaffen werden.

Vizeortsvorsteher Rachid Rawas (SPD) sieht die Sache ähnlich: „Mit der Baustelle und der Sperrung kommen einige Strapazen auf die Anwohner zu.“ Dabei seien es nicht nur Anwohner der Woogstraße, die die Unterführung nutzen. Vor Ort bestätigt sich das: Keine 20 Sekunden vergehen, ohne dass jemand die Treppen nimmt, oder ein Fahrradfahrer die Rampe hinab fährt. 

„Wir werden eingemauert!“

Rawas kommt mit einer überraschten Anwohnerin aus der Hügelstraße ins Gespräch. Die Unterführung nutze sie beinahe täglich, sagt die ältere Dame. Von einer Sperrung wisse sie nichts. „Wir werden eingemauert!“, ruft sie zwar nicht ganz ernstgemeint, aber dennoch besorgt. Gerade für ältere oder behinderte Menschen stelle die Sperrung ein Problem dar. Der nächste Übergang über die Gleise liegt entlang eines Schotterwegs etwa 600 Meter entfernt.

Überrascht ist auch Gerd Stahnke, Leiter des Straßenverkehrsamts. Dass die Unterführung komplett gesperrt werden müsse, sei ihm bisher nicht klar gewesen. „Wir sind von einer Teilsperrung ausgegangen“, sagt er. Dass bereits jetzt Kritik im Ortsbeirat laut wird, kann er aber nur schwer nachvollziehen. Denn klar sei: „Die Informationspflicht liegt zuerst beim Bauherren – der Bahn.“ Mit deren Vertretern werde man sich nun erneut zusammensetzen. „Sobald es Ergebnisse gibt, werden die Anwohner selbstverständlich informiert“, verspricht er.

Ein Sprecher der Bahn erklärt: „Eines der Gleise wird verschwenkt und die bestehenden Radkappen der Unterführung abgebrochen und erneuert.“ Dafür sei eine Vollsperrung nötig. Aber wolle man so planen, dass sich „möglich wenig Einschränkungen“ ergeben. Einen genauen Zeitplan kann er nicht vorlegen. „Eine Idee ist, die Arbeiten auf die Schulferien zu legen.“

Der Ortsbeirat 9 tagt am Donnerstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr im Begegnungszentrum Ginnheim, Ginnheimer Landstraße 172-174

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