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Ginnheim Kicker verärgert über Stadt

Ein kleiner Schaden auf dem Spielfeld sorgt für Chaos bei der Germania Ginnheim. Das Sportamt der Stadt Frankfurt hat eine Gartenbaufirma mit der Reparatur beauftragt. Doch die rührt sich nicht.

Germania Ginnheim
Seit Monaten gesperrt: der Käfigplatz der Germania. Foto: Privat

Trostlos flattert das selbst gebastelte Schild am Eingang zum Käfigplatz der Germania Ginnheim im Wind hin und her, ein Absperrgitter verhindert den Zugang zum Feld. „Spielfeld gesperrt – Verletzungsgefahr“, hat jemand mit Edding auf ein Blatt geschrieben. 

Wo genau die Hobbykicker sich hier verletzen könnten, wird erst auf den zweiten Blick klar: Ein Teil der unteren Wellblechbande hat sich vom Geländer gelöst und ragt ein Stück auf den Rasen. „Eigentlich nur eine Kleinigkeit“, findet Esther Stiebig, Jugendleiterin bei der Germania. Für den Verein hat der Schaden aber Folgen – seit Oktober vergangenen Jahres ist der Käfig nun schon gesperrt. 

„Nicht die Reparatur selbst ist das Problem, sondern die Haftbarkeit“, erklärt Stiebig. Denn der Platz gehört der Germania nicht selbst, Besitzer ist das städtische Sportamt, das mit dem Verein einen Nutzungsvertrag vereinbart hat. Aus genau diesem Grund muss auch das Amt für die Reparatur sorgen, selbst Hand anlegen darf der Verein nicht. 

Die monatelange Sperrung hat Auswirkungen auf den Spielbetrieb. Die jüngeren Teams, die den Käfig normalerweise nutzen, müssen zu den Großen auf den Kunstrasen ausweichen – es kommt zu Überschneidungen und Platzproblemen. 

Vater Javier Toronjo Lago ist genervt: „Verein und Eltern haben das Amt mehrmals in der Sache kontaktiert, alle Anfragen bleiben aber unbeantwortet.“ Sein Sohn Santo (6) gehört zu den mehr als 200 Kindern, die bei der Germania kicken. Für die Jüngsten eignet sich der Käfig besonders: Das Spielfeld und die Tore sind klein, die Bande kann miteingesetzt werden, die Laufwege sind kurz. 

Auf dem großen Nachbarfeld hingegen, kann das Training mittlerweile nur noch eingeschränkt stattfinden. „Die Trainings müssen täglich umgelegt werden, der Ablauf wird dadurch behindert und verzögert“, berichtet Esther Stiebig und ist darüber nicht gerade erfreut. 

Marcus Benthien, Leiter der Abteilung Sportanlagen, kann die Verzögerung erklären. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte das Sportamt die zuständige Gartenbaufirma mit der Reparatur beauftragt. „Diese ist allerdings der Meinung, dass die Instandsetzung nicht innerhalb der Gewährleistung liegt“, berichtet er. 

Denn der Schaden sei durch Vandalismus entstanden, nicht etwa durch Verschleiß. Überprüfen lasse sich das aber nicht, sagt Sprecher Benthien. Das Amt hat die Firma nun erneut zur Reparatur aufgefordert. „Falls das Unternehmen der Forderung weiterhin nicht nachkommt, müssen wir in den sauren Apfel beißen und jemand anderes beauftragen“, sagt er.

Wann im Käfig wieder gekickt werden kann, ist aber auch dann nicht geklärt. „Im Frühjahr herrscht Hochbetrieb bei der Instandhaltung von Sportanlagen“, erklärt Benthien. Eine andere Firma für den „vergleichsweise kleinen“ Auftrag zu finden, sei daher momentan gar nicht so einfach. Es scheint, als müssten sich die Ginnheimer Kicker noch etwas mehr in Geduld üben. 

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