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Ginnheim Die Auswanderer

Beim Australien-Stammtisch werden Reisetipps ausgetauscht und Pläne geschmiedet. Und es gibt den Wunsch, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und auszutauschen.

Entweder packt einen das Fieber oder nicht“, sagt Elvira Wolff. Sie und ihren Mann Dieter hat es mit der ersten Reise 1997 gepackt: das Australien-Fieber. Der Wunsch, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und auszutauschen, veranlasste das Ehepaar im Jahr 2000, den Frankfurter Australien-Stammtisch zu gründen. Zum ersten Treffen kamen fünf Personen, inzwischen sind es zwischen 40 und 50, die sich einmal im Monat zusammensetzen, um von Reiseerfahrungen zu berichten, sich Tipps zu holen oder einfach nur über Städte und Landstriche zu reden.

Der Australien-Stammtisch ist der zweitälteste und der größte in Deutschland. Das Einzugsgebiet reicht von Wiesbaden bis Hanau, von Marburg bis Heidelberg. Mit anderen Australien-Stammtischen sind die Frankfurter gut vernetzt, ebenso mit Auswanderern. „Heutzutage ist das durch die Digitalisierung viel einfacher als damals“, erzählt Elvira Wolff. Die ersten Kontakte wurden über ein Schwarzes Brett auf der Seite von Australien-Info geknüpft. Hilfreich war, dass Dieter Wolff Informatiker ist. Er pflegt auch die Homepage des Stammtisches.

Die Runde der Australien-Fans ist wie eine große Familie. Viele kennen sich seit Jahren und unterstützen sich auch privat. „Wir haben schon mal einem jungen Mann bei der Suche nach dem ausgewanderten Vater geholfen“, so Elvira Wolff. Das deutsche Konsulat konnte nicht weiterhelfen und gab den Hinweis, sich doch mal an den Frankfurter Stammtisch zu wenden.

Vierte Reise geplant

Hannes und Sandra Reichhardt haben sich beim Australien-Stammtisch kennengelernt. Ihr Sohn Jan ist mit zwei Jahren der jüngste Teilnehmer, der Älteste ist 80. Die meisten gehören der Generation 50+ an. Es kämen auch jüngere Leute, die gerade eine Reise planen und sich Tipps holen, danach aber nicht mehr auftauchen, ergänzt Elvira Wolff.

Harry Hagenbach und Viola Freytag kommen seit zehn Jahren zu den Treffen und planen gerade ihre vierte Australienreise. Insbesondere die Natur, die Tier- und Pflanzenwelt begeistern die beiden. Jürgen und Beate Medzech fliegen Mitte Januar. „Wir haben schon auch andere Reiseziele“, erzählt Jürgen Medzech, „aber am Ende wird es doch wieder Australien.“ Die Touren, ergänzt seine Frau, seien auch anstrengend, weshalb sie die Zeit nutzen wollen, solange sie noch fit sind.

Und der Wunsch auszuwandern? Den hatten auch Elvira und Dieter Wolff 2003. Da die „Eintrittspreise“, wie Elvira Wolff die vorgeschriebenen finanziellen Sicherheiten nennt, für Rentner extrem angehoben wurden, mussten sie sich von diesem Plan verabschieden. Auch Christian Keilmann hegt diesen Wunsch: eine kleine Farm in Australien. Deshalb spielt er Lotto. Solange der Gewinn ausbleibt, kommt er zu den regelmäßigen Treffen und steht beim Australia Day, der vom Frankfurter Stammtisch einmal jährlich veranstaltet wird, am Grill.

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