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Frankfurter Kinderzirkus Manege frei für junge Artisten

Der Frankfurter Kinderzirkus Zarakali startet in die Saison. In diesem Jahr können Kinder im Zarakali an sechs Workshops teilnehmen.

Dornbusch
Netzwerken wird im Kinderzirkus an der Platenstraße 79z groß geschrieben. Foto: Christoph Boeckheler

Was für Zarakali in diesem Jahr besonders wichtig sein wird, zeigt das Team des Kinder- und Jugendzirkus natürlich bildlich in der Manege. Bei ihrem Neujahrsempfang am Freitagmittag halten Mitarbeiter der 15-köpfigen Gruppe unter der Zirkuskuppel mit weißen Sternen Springseile in den Händen, verknoten sie miteinander, gehen aufeinander zu. Verbindungen entstehen als Symbol des Netzwerkens.

Denn im November richtet das Team des Kinder- und Jugendzirkus erstmals eine Fachtagung der noch jungen „Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik“ aus. 250 Teilnehmer von Zirkusprojekten aus dem In- und Ausland erwarten die Veranstalter. „Das wird eine große Herausforderung“, sagt Nadja Menke, eine der beiden Zarakali-Leiterinnen.

Weiterbildung, informeller Austausch und Kontaktpflege sollen bei der Tagung auf dem Programm stehen. Turnhallen müssen angemietet werden. Denn neben Theorie soll bei den Jugendtreffen auch der Bewegungsdrang gestillt werden.

Einen Vorgeschmack darauf bietet beim Neujahrsempfang ein Video aus dem Vorjahr, bei dem eine junge Akrobatin in großer Höhe balanciert, Clowns jonglieren und Kinder in Kostümen tanzen. „Zirkus-Pädagogik ist ein noch sehr junges Berufsbild“, sagt Nadja Menke. Daher sei der Austausch unter Gleichgesinnten vom Fach wichtig. Fast alle aus ihrem Team hätten eine entsprechende Zusatzausbildung absolviert. Denn, so ihre Kollegin Jasmin Wendnagel, „im Gegensatz zur Theaterpädagogik ist unser Beruf noch nicht staatlich anerkannt“.

In diesem Jahr können Kinder und Jugendliche im Zarakali an sechs Workshops teilnehmen. Dort lernen sie Grundtechniken in Akrobatik, Jonglage, Seiltanz und üben kleine Shows ein. Der erste Workshop findet in der ersten Osterferienwoche vom 26. bis 29. März statt und richtet sich an Kinder ab sechs Jahren. „Wir sind ein pädagogisch ausgerichtetes Projekt, das Erfahrungen in der Gruppe, Artistik und Show miteinander kombiniert“, erklärt Wendnagel.

Auch der Austausch der rund 170 jungen Aktiven soll weiter gefördert werden. Geplant ist, dass einige junge Artisten aus Frankfurt nach Santiago de Chile reisen, um mit Gleichgesinnten ihrer Leidenschaft nachzugehen. Im folgenden Jahr sollen chilenische Zirkuskinder nach Frankfurt kommen. International ist erstmals eine der beiden Stellen des Freiwilligen Sozialen Jahres mit einem jungen Mann aus Nicaragua besetzt.

Der Verein Zarakali hat sich vor 17 Jahren gegründet. In den ersten beiden Jahren arbeiteten die Beteiligten ehrenamtlich. Mittlerweile gehört das blaue Zirkuszelt an der Platenstraße 79z mit den Wohnwagen drumherum fest zum Frankfurter Stadtbild dazu. Die Stadt fördert das Kinder-Zirkus-Projekt, derzeit mit 220 000 Euro im Jahr. „Wir fühlen uns total unterstützt“, lobt Wendnagel. Wenn sie sich etwas wünschen dürfte, dann wäre es Geld für eine dritte Leitungsstelle.

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