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Frankfurter Berg Mehr Polizeipräsenz

Seit der Zusammenlegung der Polizeireviere gibt es mehr Kontrollen gegen Drogen-Dealer. Ortsbeirat und Anwohner nehmen aber auch die Stadt in die Pflicht.

Julius-Brecht-Straße
An der Julius-Brecht-Straße ist die Polizei präsenter als zuvor. Foto: Andreas Arnold

Nach rund einer Stunde im Ortsbeirat 10 waren sich die meisten Anwesenden am Dienstagabend einig: Die Polizeiarbeit am Frankfurter Berg hat sich erheblich verbessert. Zu tun gibt es dennoch einiges.

Thomas Schulze ist der Leiter des 14. Polizeireviers. Das wurde im November mit dem 15. Revier zusammengelegt, das bis dato für den Stadtteil im Norden zuständig war. Nun sind Schulze und seine Beamten für elf Stadtteile, sieben Ortsbeiräte und rund 100.000 Menschen zuständig. Am Dienstag zogen Schulze und Andreas Wagner, Schutzmann vor Ort, eine erste Bilanz.

Das Thema, das am Frankfurter Berg im Mittelpunkt steht, ist der Konsum und der Handel von und mit Drogen. Wie groß das Problem ist, darüber sind sich die Mitglieder des Ortsbeirats nicht einig. Aber dass es existiert, leugnet niemand.

Auch nicht Thomas Schulze. Er berichtet, dass sich die Präsenz der Polizei am Frankfurter Berg erhöht habe. Michael Bartram-Sitzius (SPD), der am Berg wohnt, bestätigt: „Es hat eine massive Entwicklung gegeben.“ Laut Schulz stehen mehr Streifenwagen bereit, es gibt regelmäßige Fußstreifen, Polizisten sind in zivil unterwegs. „Wir setzen Drogenspürhunde ein, wir kontrollieren gezielt.“ Allein seit der Zusammenlegung beider Reviere habe es acht Großkontrollen gegeben.

Manchen Anwohnern reicht das nicht. Eine Frau winkt resigniert ab: „Das bringt ja doch nichts.“ Sie und ihr Mann fühlten sich noch immer nicht sicher. Sie wohnen in der Julius-Brecht-Straße, in einem der Hochhäuser. „Da steht die Haustür immer offen, im Treppenhaus lungern die Dealer rum“, beschreibt die Frau.

Thomas Schulze ist das Problem bewusst. Doch die Polizei stoße da an ihre Grenzen. „Wir können ja nicht permanent in die Häuser reinstürmen. Uns sind Grenzen durch den Rechtsstaat gesetzt, und ich bin ein Freund von diesen Grenzen.“

Da seien andere Akteure gefordert. Im konkreten Fall zum Beispiel die GWH Wohnungsgesellschaft, die für die Hochhäuser zuständig ist, und mit der auch schon Gespräche geführt wurden. Auch darüber, dass die Stadt aktiver werden müsse, waren sich Polizei, Ortsbeirat und Anwohner einig. Die Idee, ein Quartiersmanagement zu installieren fand breite Zustimmung.

Auch Andreas Wagner gefällt die Idee. Er ist der Schutzmann vor Ort und bietet jeden Montag eine Sprechstunde an. Da hört er sich die Sorgen und Probleme der Anwohner an. „Ich kenne die Befindlichkeiten hier“, sagt er.

Seit 1989 ist Wagner im Stadtteil tätig. Er setzt darauf, „meine Pappenheimer“ positiv anzusprechen, ihnen „auf die Nerven zu gehen“, wie er es nennt. Immer wieder sind er und seine Kollegen an Brennpunkten präsent, tauchen im Wettbüro und beim Imbiss auf, fragen Anwohner nach Hinweisen. Einer davon habe kürzlich zu einer Festnahme in einem Drogendelikt geführt. Der Täter, so Wagner nicht ohne Stolz, „sitzt noch immer“.

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