Lade Inhalte...

Frankfurter Berg Ideen für preiswertes Wohnen

Zehn Architekturbüros dürfen Entwürfe für das Baugebiet Hilgenfeld im Frankfurter Norden vorlegen.

Architektenwettbewerb "Wohnen für Alle",
Im Architektenmuseum in Frankfurt sind die Entwürfe zu sehen. Foto: Michael Schick

Wie lassen sich in Frankfurt Wohnungen bauen, die innovativ, aber auch bezahlbar sind? Das wollen die Stadt Frankfurt, die Wohnungsgesellschaft ABG und das Deutsche Architekturmuseum im Neubaugebiet Hilgenfeld, nördlich des Frankfurter Bergs, erproben lassen. Ziel ist nicht weniger als ein „Wohnen für alle“, ein Anknüpfen an die Tradition von Ernst May und des Neuen Frankfurts. 

Mehr als 100 Architekturbüros haben sich mit mehr als 130 von ihnen realisierten Wohnbauprojekten dafür beworben, in dem Areal an der S-Bahn bauen zu dürfen. Zehn von ihnen hat die Jury jetzt in die engere Auswahl genommen. Alle haben bis Oktober Zeit, Konzepte zu erarbeiten und Modelle einzureichen. 

Je zwei niederländische und zwei Schweizer Büros haben es in die nächste Runde geschafft, ein französisches, drei Berliner Büros, eines aus München und eine Arbeitsgemeinschaft der Wiener Projektbau Planung und der Frankfurter Architekten Schneider und Schumacher. Ihre Lösungen für innovatives, bezahlbares Bauen sind denkbar verschieden. Sie reichen von überbauten Parkplätzen über Wohnungen, die als Rohbau übergeben werden und von den Bewohnern fertig zu bauen sind, bis zu Wohnungen mit geringem baulichen Standard, dafür aber viel Platz. 

Die besten drei Entwürfe will die ABG, die das 17,2 Hektar große Areal im Frankfurter Norden mit mehr als 850 Wohnungen bebauen will, umsetzen. Schon 2019 sollen die Arbeiten an drei Wohnkomplexen mit zusammen 120 Wohnungen entlang der Homburger Landstraße beginnen. 

Wenn die Entwürfe „super“ seien, werde die ABG sich auch dem Bau von vier verschiedenen Gebäuden nicht verschließen, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker am Donnerstag bei der Präsentation der nach Ansicht der Jury zehn besten Wettbewerbsvorschläge im Architekturmuseum. Die freifinanzierten Wohnungen sollen vermietet werden. Die Mieten sollen möglichst günstig werden. Dafür werde man die eine oder andere Bauvorschrift kreativ auslegen müssen, sagte Junker. 

Im Hilgenfeld werde eine kleine Internationale Bauausstellung entstehen, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Er hob hervor, dass auch Büros unter den Finalisten sind, die noch nicht in Frankfurt gebaut haben. Die von den Architekten gestalteten Wohngebäude am Eingang zum neuen Quartier würden dessen „Visitenkarte“, sagte sein Referent Marcus Gwechenberger. Sie schlügen die Brücke zum Neuen Frankfurt. 

Der Leiter des Architekturmuseums, Peter Cachola Schmal, stellte heraus, wie wichtig es sei, Lösungen für bezahlbaren Wohnraum zu finden. Inzwischen seien die Kaufpreise und Mieten so hoch, dass auch die Mittelschicht sich die Wohnungen in der Stadt nicht mehr leisten könne. 
Schon jetzt ist geplant, einen ähnlichen Wettbewerb im Herbst 2019 für eine andere zu bebauende Fläche auszuschreiben. Das könne zum Beispiel das Innovationsquartier sein, sagte Schmal. 

Lesen Sie weitere Berichte aus Frankfurter Berg

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum