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Frankfurter Berg Anwohner wehren sich gegen Neubaupläne

Am Hilgenfeld sollen 850 neue Wohnungen entstehen. Doch einigen Anwohnern passt das nicht - sie haben eine Bürgerinittiative gegründet.

Jan Wagner
Jan Wagner ist Sprecher der Bürgerinitiative Taunusside. Foto: peter-juelich.com

Wenn Jan Wagner sein Haus am Hilgenfeld verlässt und nach Norden geht, erstreckt sich vor ihm die Aussicht auf weite Felder und grüne Wiesen. Ein Blick aufs Niddatal, bis zum Taunus, der am Horizont sichtbar wird. Noch. Denn Wagner soll neue Nachbarn bekommen. Etwa 2000. Von dieser Aussicht ist er nicht begeistert.

Der Journalist fühlt sich wohl in der Taunusside. So heißt die Siedlung am Hilgenfeld, ganz in der Nähe des Bahnhofs Frankfurter Berg, die 2007 errichtet wurde. Charakteristisch sind die schräg abfallenden Dächer der Häuser. Wagner wohnt von Anfang an hier, mit seiner Familie. Und schon damals war laut Planfeststellungsbeschluss von 2001 klar, dass es nicht nur bei diesen Häusern bleiben würde.

Die Rede war von weiteren Reihen- und Einfamilienhäusern, von 600 Wohneinheiten, von 1200 bis 1500 neuen Bewohnern. Dann trieb Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) das Vorhaben voran, sein Nachfolger Mike Josef (SPD) steht zu Cunitz’ Plänen. Und demnach sollen es bis zu 850 neue Wohnungen für 2200 Menschen werden.

Jan Wagner passt das nicht. Er hat mit anderen Anwohnern eine Bürgerinitiative (BI) gegründet und sie nach der Siedlung benannt. Er hat alle Unterlagen rund um die geplante Neubebauung gesammelt, kann Daten und Fakten aus dem Effeff referieren.

Er und seine Mitstreiter machen nun mobil gegen die geplante Neubebauung in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Nachdem ein Schreiben an Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) mittlerweile beantwortet und ein Treffen beider Seiten vereinbart worden ist, hat nun auch Mike Josef einen Brief von der BI erhalten. Ziel der Anwohner ist es, Einfluss auf die Bebauungspläne zu nehmen.

Es war nicht nur der Brief, der bei Josef eingegangen ist. Auch 117 Unterschriften von Menschen aus der Siedlung lagen ihm bei, wie Jan Wagner sagt. Er stellt klar: „Wir sind nicht per se gegen das Neubaugebiet.“ Aber die bisher bekannten Pläne seien „undurchdacht und voreilig“, wie es im Brief an den Dezernenten heißt. Diese Pläne in ihrer jetzigen Form würden „zu einer massiven Verdichtung“ führen. Problematisch sei die Bebauung einerseits für das Klima, andererseits in Bezug auf die Versorgung mit Schulplätzen.

So soll, fordern die Anwohner, die Stadt vor der endgültigen Planung untersuchen, wo die zahlreichen neuen Kinder zur Schule und in den Hort gehen können. Bereits jetzt gebe es einen „eklatanten Mangel an Hortplätzen“, die Albert-Schweitzer-Schule im Frankfurter Berg platze aus allen Nähten und sei baufällig.

Als gravierend bezeichnen Wagner und seine Mitstreiter auch die Auswirkungen auf das Stadtklima. Um diese möglichst gering zu halten, soll die Bauhöhe der Häuser auf drei Geschosse beschränkt werden. Andernfalls könnte, so die Anwohner in ihrem Brief an die Umweltdezernentin, der Trichter für den Wetterau-Wind, der eine für das Stadtklima bedeutende Regionalströmung ist, verengt werden.

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