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Frankfurt-Nordwest Auf der Suche nach Wohnraum

Die Ortspolitiker des Frankfurter Nordwestens wollen prüfen lassen, ob ein neuer Stadtteil entlang der A5 machbar ist. Der Standort ist nach wie vor umstritten.

Neuer Stadtteil
Ein neuer Stadtteil könnte zwischen Praunheim, Nordweststadt und A5 entstehen. Hier ein Blick auf die Randbebauung. Foto: Monika Müller

Der Ortsbeirat 7 will die Option einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für einen neuen Stadtteil entlang der Autobahn 5 – westlich von Praunheim, östlich von Steinbach und Oberursel – prüfen lassen. Diesem mehrheitlichen Votum, für das die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Farbechte/Die Linken in der Sitzung am Dienstagabend entgegen der CDU stimmten, ging eine lebhafte und kontroverse Debatte voraus.

Bereits in der Bürgerfragestunde kritisierte der Oberurseler Junglandwirt Niklas Sulzbach das Vorhaben eines neuen Stadtteils, der ob seiner möglichen Lage an der Autobahn als „A5“ tituliert werde. Das Vorgehen der Stadt sei „unprofessionell“ gewesen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) habe die Pläne öffentlich gemacht, bevor er mit dem betroffenen Umland gesprochen habe. Der Prüfauftrag einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme sei „nicht ergebnisoffen“. An die Adresse der Grünen gewandt monierte er den Verlust von Ackerflächen. Zudem sei mit einem Verkehrskollaps zu rechnen.

„Politik heißt auch Pragmatismus“, erwiderte Thomas Demel (Grüne). Angesichts des Zustroms neuer Bewohner nach Frankfurt „müssen wir sehen, wie wir das alles unter einen Hut bekommen. Irgendwo müssen wir Wohnraum schaffen. Es reicht einfach nicht zu sagen, das passt mir nicht. Daher müssen wir prüfen und schauen, wie Auswirkungen abgefedert werden können“. Ein anderer Bürger sah in der Diskussion um den Standort an der A5 „die Geringschätzung“ der Politik für die potentielle Bewohner.

Im Gegensatz zum dünner besiedelten Pfingstberg im Norden Frankfurts, der früher in der Debatte für ein neues Quartier war, sei das jetzt diskutierte Gebiet rund um die A5 mit 40 000 Menschen bereits dicht besiedelt. Die Grünflächen seien daher wichtig für das Klima und die Naherholung in der Umgebung. Auch Torben Zick (Farbechte/Die Linke) glaubt nicht daran, dass der Standort für eine Bebauung geeignet sei: „Daher wollen wir die Untersuchung, die das belegen müsste. Wir sind gespannt, ob die Objektivität siegen wird.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Sasse sagte: „Wir hätten auch den Pfingstberg favorisiert, aber der ist am Widerstand der CDU gescheitert.“ Man müsse den jetzt ins Spiel gebrachten Standort nicht toll finden. Aber man müsse schauen, was machbar sei, und versuchen, die Folgen für die Bürger abzumildern. Das Instrumentarium einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme bietet Sasse zufolge die Möglichkeit, Bodenspekulation vorzubeugen. Für FDP-Fraktionschef Sebastian Papke eröffnet das neue Quartier die Möglichkeit, lange geplante Infrastruktur- und Verkehrsprojekte auf den Weg zu bringen und modernen Wohnraum zu schaffen: „Wir müssen zusammen die Chance ergreifen. Das ist die logische Erweiterung der Stadt Frankfurt.“

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