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Frankfurt-Nord Fragenkatalog zu Keimen im Urselbach

Der Ortsbeirat 8 und die Erzieher die Hundertwasser-Kita sind beunruhigt und haben viele Fragen zum Urselbach.

Auch ein Jahr nach der tödlichen Infektion eines Mannes durch Keime im Urselbach macht sich der Ortsbeirat 8 Gedanken über die Wasserqualität. Das Stadtteilgremium hat jetzt einen Fragenkatalog entwickelt, mit dem es das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt konfrontiert. Laut Gesundheitsamt besteht kein Grund zur Sorge.

Wenn einige Regeln befolgt werden, gehe keine Gefahr vom Bach aus, erklärt Ursel Heudorf, stellvertretende Leiterin und Keimexpertin des Gesundheitsamts. Sie rät: „Das Wasser nicht trinken, nicht darin schwimmen und nach Kontakt die Hände waschen.“ Für Hundehalter gilt, die Tiere nach dem Planschen gründlich abzuduschen.

Dass der Urselbach durch Keime wie Salmonellen belastet ist, ist bekannt. Nach dem Eschbach-Fall sind bei einer flächendeckenden Untersuchung der Frankfurter Gewässer zudem antibiotikaresistente Erreger im Fluss entdeckt worden.

Das beunruhigt nicht nur den Ortsbeirat, sondern auch die Erzieher der Hundertwasser-Kita in Heddernheim, die sich direkt am Urselbach befindet. „Wir achten seither besonders darauf, die Kinder nicht in die Nähe des Wassers zu lassen“, sagt Barbara Poppe, stellvertretende Leiterin der Einrichtung. Sie beobachte allerdings nach wie vor Eltern, die mit ihren Kindern zum Spielen an den Bach kommen.

Solange die vom Gesundheitsamt empfohlenen hygienischen Richtlinien befolgt werden, ist das laut Ursel Heudorf unproblematisch. Gefährlich werden multiresistente Keime erst im Krankenhaus. Wenn die Erreger über Wunden oder Schleimhäute in den Blutkreislauf gelangen, können sie schwere Infektionen auslösen, die sich nicht mehr behandeln lassen.

Das Gesundheitsamt will die Frankfurter Gewässer künftig weiter überwachen. Seit den achtziger Jahren werden in regelmäßigen Abständen Proben aus Bächen und Flüssen entnommen. „Entsprechende Berichte und Richtlinien veröffentlicht die Stadt im Internet“, erklärt Heudorf. Speziell am Urselbach werden wegen des Einflusses der Kläranlage Oberursel vierteljährlich an drei Stellen Proben entnommen: vor und unmittelbar nach der Kläranlage sowie „Am Mühlgraben“ in Niederursel.

Mögliche Ursachen für die Keimbelastung des Bachs sind Heudorf zufolge Regenüberläufe, Abschwemmungen vom Ufer oder Einträge durch Wildvögel. Auch die Kläranlage trage ihren Teil dazu bei. Doch diesbezüglich seien der Stadt die Hände gebunden: „Die gesetzlichen Vorschriften werden nach meiner Kenntnis von den Kläranlagen-Betreibern eingehalten“, erklärt Heudorf. Inwiefern Änderungen der Vorschriften nötig seien, das werde zurzeit im Rahmen des bundesweit angelegten „HyReKa-Projekts“ der Uni Bonn untersucht.

Neben dem Urselbach wurden multiresistente Keime in der Nidda, im Königsbach, im Jacobi- und im Rebstockweiher gefunden. Die Erreger seien jedoch nicht identisch mit der beim Erlenbach-Patienten entdeckten Keimform, sagt Heudorf. Weitere Informationen über die hygienische Qualität der Frankfurter Bäche und Flüsse sind online abrufbar unter www.frankfurt.de.

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