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Frankfurt-Kalbach Kein üblicher Gesangsverein

Das Vocal Ensemble Frankfurt überzeugt mit jeglicher Art von A-Cappella-Musik.

Vocal Ensemble Frankfurt
Die rund 30 Sängerinnen und Sänger proben mittwochs in der Miriamgemeinde. Foto: Renate Hoyer

Während es draußen langsam Abend wird, ertönen alle zwei Wochen im hellen Saal des Evangelischen Gemeindezentrums Crutzenhof die Stimmen des „Vocal Ensemble Frankfurt“. 
Zu Beginn der Proben mutet der Anblick und die Klangkulisse etwas merkwürdig an: es wird gezischt, tief eingeatmet, wieder lautstark ausgeprustet, geploppt und vielstimmig durch den Saal geknackt. 

Mit einem langgezogenen „Maa-Mee-Mii-Moo-Muu“ beendet Chorleiterin Monika Gößwein-Wobbe die Auflockerungs- und Aufwärmübungen, die Stimmen der knapp 20 im Gemeindesaal verteilt stehenden Mitglieder des Chors werden zum Ende hin zunehmend lauter.

Hervorgegangen aus einem kleinen Bekanntenkreis

Bereits seit 1991 besteht der freie Kammerchor, der aus einem kleinen Bekanntenkreis hervorgegangen und damals noch unter dem Namen „Vocal Ensemble Werheim“ gegründet worden ist, berichtet Susanne Schamberg, Gründungsmitglied und erste Vorsitzende. Nachdem das Ensemble Anfang 1997 mit den Räumlichkeiten des Evangelischen Gemeindezentrums Crutzenhof einen neuen Ort für seine Proben gefunden hatte, änderte sich der Name des Ensembles. 

Die etwa 30 Mitglieder kommen nicht nur aus Kalbach, dem Riedberg oder Bonames, sondern auch aus dem größeren Einzugsgebiet des Vordertaunus. Mit fünf Tenören und acht Bässen herrsche im Chor nicht nur ein relativ ausgewogenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern. Es sei auch möglich, „vierstimmig zu singen, was keine Selbstverständlichkeit“ sei, sagt die Sängerin.

Dass die Mitglieder jedoch neben dem gemeinsamen Interesse am Singen auch ein gewisser Grad an Professionalität vereint, verdeutlicht der weitere Verlauf der Probe. Nach dem Einsingen spielt Chorleiterin Gößwein-Wobbe einige Takte auf dem in der Mitte des Raumes platzierten Klavier, danach ertönt es aus über einem Dutzend Kehlen lautstark: „Preis und Anbetung sei unserm Gott, denn er ist sehr freundlich“. Doch nach nur wenigen Strophen unterbricht Gößwein-Wobbe den Gesang wieder und fragt kritisch in die Runde: „Können alle von euch bezeugen auch wirklich Piano gesungen zu haben?“

Der ausgebildeten Chordirigentin ist es vor allem wichtig, „ernsthafte, anspruchsvolle Chormusik zu machen“, wie sie sagt. Dabei sei der Chor breit aufgestellt, das Repertoire reiche von Volksliedern über Chansons bis hin zu großen Konzerten mit Orchesterbegleitung. Der Schwerpunkt liege jedoch in der „Aufführung alter und moderner, deutscher und internationaler, geistlicher und weltlicher a-cappella-Musik“, erläutert Gößwein-Wobbe.

„Das hat nichts mit einem üblichen Gesangsverein zu tun“, hebt Katrin Schlauss aus Kalbach, die seit 2010 beim Ensemble mitwirkt, das hohe Niveau des Chors hervor. Dennoch: Wer gerne mitsingen möchte, solle keine falsche Scheu zeigen. „Man wird hier wirklich gut aufgenommen und kommt gut in den Chor rein, wenn man neu ist“, ermutigt sie Interessenten.

Das „Vocal Ensemble Frankfurt“ probt alle 14 Tage mittwochs ab 19 Uhr im Gemeindezentrum Crutzenhof, An der Grünhohl 9. Auskunft gibt Susanne Schamberg, Telefon 06081 / 16796. Das Ensemble tritt beim Stadtteilsommerfest auf dem Riedberg am 11. August und beim Sommerfest der Evangelischen Miriamgemeinde, An der Grünhohl 9, am 26. August, auf. Informationen unter www.vocal-frankfurt.de.

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