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Frankfurt-Ginnheim Brandstiftung mit Ansage

In der Ginnheimer Platensiedlung randalierten in der Silvesternacht wieder Jugendliche. Probleme gibt es in der Gegend regelmäßig - woran liegt das?

Platensiedlung
Ein Müllcontainer an der Franz-Werfel-Straße brannte aus. Foto: Michael Schick

Die Ankündigung der Stadtreinigung hatte für Verwunderung gesorgt. In Preungesheim und Ginnheim werde am Samstag vor Silvester noch einmal außerplanmäßig der Müll abgeholt. Warum gerade in diesen Stadtteilen?, fragten sich viele. Vorgeschlagen hatte diese Sonderleerung der Präventionsrat der Stadt.

Dessen Vorsitzender Klaus-Dieter Strittmatter erläutert das Vorgehen: „Es hat dort in den vergangenen Jahren an Silvester immer wieder Brandstiftungen gegeben, daher wollten wir die Brandlast verringern.“ Der Müll mag in der Karl-Kirchner-Siedlung in Preungesheim und in der Platensiedlung in Ginnheim weniger geworden sein, gebrannt hat er trotzdem.

Besonders hoher Schaden entstand dabei in der Ginnheimer Selma-Lagerlöf-Straße. Da die Mülltonnen dort nahe an den Hauswänden stehen, entstand auch an einer Hausfassade ein Schaden, den die Polizei auf etwa 10 000 Euro beziffert. Ein Anwohner berichtete der FR, dass sich nach Mitternacht etwa 30 bis 40 Jugendliche versammelt hätten, um Mülltonnen anzuzünden.

Einige Jugendliche hätten schon am Tag vor Silvester getönt, „morgen brennen die Mülltonnen“, berichtet der Anwohner. In der Selma-Lagerlöf-Straße immerhin verzogen sich die Täter nach der Brandstiftung. In der Franz-Kafka-Straße und der Franz-Werfel-Straße gingen junge Männer sogar die eintreffenden Polizeibeamten körperlich an und beschossen sie mit Feuerwerksraketen.

Probleme mit Randalierern gibt es in der Platensiedlung jedoch nicht nur an Silvester. Daher hatte sich im vergangenen Sommer ein Regionalrat in Ginnheim gegründet. Anwohner hatten in der Platensiedlung über die Vermüllung, Drogenhandel, Ruhestörungen und pöbelnde Jugendliche berichtet.

Frank Junker, Chef der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG, zeigt sich von den Attacken in der Silvesternacht nicht überrascht. Leider gebe es in der Siedlung Jugendliche und Heranwachsende, „die es sich zur Freude machen, Einsatzkräfte zu traktieren“. Die Vorfälle zeigten, dass dringend etwas passieren muss.

Die soziale Mischung in der Siedlung, deren Häuser der ABG gehören, stimme nicht. Der Anteil von Sozialwohnungen sei mit 60 Prozent zu hoch. Die zunächst für den Bereich nördlich der Platenstraße geplante Nachverdichtung um 650 Wohnungen werde das Viertel optisch aufwerten und dazu führen, dass sich die Bewohner stärker mit der Siedlung identifizieren.

Friedrich Hesse, der Vorsteher im zuständigen Ortsbeirat 9, hofft, dass mit der Nachverdichtung „mal ein paar Studenten hinzukommen“, das sei wichtig für das Viertel, in dem der Ausländeranteil sehr hoch ist. Vertreter der Astrid-Lindgren-Schule hätten sich schon um einen neuen Zuschnitt der Bezirke bemüht, um auch ein paar Schüler aus dem westlichen Nordend zu bekommen, weil es schwierig sei, Schüler mit Migrationshintergrund zu integrieren, wenn sie unter sich sind.

Bislang gebe es für die Platensiedlung nur ein „Teilkonzept“, räumt Strittmatter ein. Als nächster Schritt soll das Angebot der Sportjugend mit dem Mitternachtsfußball bekannter gemacht werden. Probleme wie jetzt in der Platensiedlung habe es vor 20 Jahren auch in Zeilsheim oder Griesheim gegeben.

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