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Frankfurt Ärger über Verkehr in Eckenheim

Der Frankfurter Verband macht sich auf Spurensuche. Es gilt zu ergründen, wie seniorenfreundlich der Stadtteil ist.

Eckenheim
Senioren auf Erkundungstour: Mit parkenden Autos haben Fußgänger in Eckenheim zuweilen Ärger. Foto: Peter Jülich

Der Bürgersteig ist zu schmal, parkende Autos versperren den Weg, die Grünphase an der Kreuzung ist zu kurz, Fahrradfahrer nehmen keine Rücksicht: Die Liste an Ärgernissen, denen sich Senioren im Quartier rund um das Sozialzentrum Marbachweg ausgesetzt sehen, ist lang. Aber es gibt auch positive Erfahrungen. Beides hat der Frankfurter Verband kürzlich bei einem Rundgang ergründet. Hauptpersonen dabei: die Senioren selbst.

Ziel war es, Nachbarn und Bewohner des Quartiers nach ihren Erfahrungen zu fragen, die sie in Bezug auf Themen wie Mobilität, Nahverkehr oder Infrastruktur gemacht haben. Durch einen Austausch sollen dann Lösungen gefunden werden, falls Probleme sichtbar werden.

Und diese wurden sehr schnell sichtbar. Kaum war die eine Gruppe an Senioren unterwegs, vom Haus der Begegnung in der Dörpfeldstraße Richtung U-Bahn-Station „Marbachweg/Sozialzentrum“, schüttelte Irmgard Müller den Kopf.

Die 83-Jährige, die mit einem Rollator unterwegs war, zeigte auf einen Transporter. Der stand so auf einem Parkplatz, dass er auch auf den Gehweg ragte. Und der war an dieser Stelle eh schon schmaler als 1,50 Meter, was die eigentlich vorgeschriebene Breite ist.

Eine Mitarbeiterin des Hauses der Begegnung hatte einen Zollstock dabei und nahm Maß, an verschiedenen Stellen. Mal kam sie auf 1,40 Meter, mal auf 1,30 Meter, mal auch nur auf 1,10 Meter. „Wie sollen hier zwei Personen aneinander vorbeikommen?“, fragt Irmgard Müller rhetorisch. „Erst Recht, wenn sie einen Rollator nutzen?“

Es ist gar nicht lange her, dass die Seniorin einem schlecht geparkten Wagen ausweichen musste. Sie war im Elektro-Rollstuhl unterwegs, fuhr um das Auto herum und verletzte sich wegen der Bordsteinkante an der Wirbelsäule. Nun einmal in Fahrt, berichtete Müller von allerlei anderen Erlebnissen. Von DHL-Fahrzeugen, die den Weg versperren, von entgegenkommenden Radfahrern. Mit diesen hat auch Dagmar Wolf so ihre Erfahrungen. Am Marbachweg würden manche den Radweg verlassen und auf dem Bürgersteig weiterfahren.

„Wenn wir uns dann zu nahe kommen, werde ich manchmal sogar noch angepampt“, regte sich die 66-Jährige auf. Weiteres Ärgernis: Der Geldautomat akzeptiert ihre EC-Karte nicht. Auch eine freundliche Bankmitarbeiterin kann auf die Schnelle nicht klären, woran es liegt.

Inge Bervoets vom Frankfurter Verband fasst die Ergebnisse zusammen: Auf der einen Seite hätten sich die Teilnehmer des Spaziergangs erfreut gezeigt, dass gerade von jüngeren Menschen und Autofahrern an Zebrastreifen mehr Rücksicht genommen werde, andererseits hätte die Rücksichtslosigkeit von Fahrradfahrern und das Falschparken von Autofahrern zugenommen. „Das sind natürlich alles subjektive Wahrnehmungen“, sagt sie. „Aber das bewegt die Menschen hier eben.“

Und deswegen will Bervoets das Gespräch mit dem Ortsbeirat suchen. Sie wird das Gremium in den kommenden Tagen kontaktieren mit der Bitte, einen Vertreter zu einem Termin ins Haus der Begegnung zu schicken.

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