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Eschersheim Versteckte Schönheiten

Eschersheim wird durch die Eschersheimer Landstraße dominiert. Doch wer einen zweiten Blick wagt, mehr hinein in die Siedlungen, der entdeckt allerlei Sehenswertes.

Eschersheim
Der Wasserturm Am Lindenbaum ist nicht nur Wahrzeichen, die Wiese drum herum dient auch dem Zusammenkommen von Anwohnern. Foto: Rolf Oeser

Ein halbes Dutzend Kinderstimmen übertönt den Wasserstrahl, der in den Brunnen unterhalb der Herkules-Statue fließt, Eltern entspannen auf den Holzbänken, Sonnenstrahlen dringen durch die Wipfel der Lindenbäume. Der Platz am Weißen Stein kommt dem, was man die Ortsmitte von Eschersheim nennen könnte, am nächsten. Kurz darauf rattert die U-Bahn über die nahen Gleise. Am Weißen Stein ist es wie an vielen Ecken: Die oberirdische Trasse trennt den Stadtteil, die Schönheit offenbart sich oft erst auf den zweiten Blick.

Oder sie liegt versteckt – wie hinter der Siedlung am Lindenbaum. Wer den von Ernst Gropius entworfenen Reihenhäusern Richtung Osten folgt, steht bald vor dem Wahrzeichen des Stadtteils: dem 1901 erbauten Eschersheimer Wasserturm. Beinahe märchenhaft wirkt die kegelförmige Kuppel mit Turmgiebel und Schieferoptik, die sich vom Rest der Siedlung abhebt. 300.000 Liter fasst das Reservoir des Turms, Wasser fließt heute aber nicht mehr: Seit 2003 dient der Turm als Veranstaltungsort der katholischen Studentenverbindung Moeno-Franconia, öffentlich zugänglich ist er nicht.

Ein weiteres – inoffizielles – Wahrzeichen des Stadtteils ist der Lindenbaum an der Eschersheimer Landstraße. Sommer für Sommer, seit dem späten 17. Jahrhundert, trägt die Linde Knospen und blüht auf. Die Eschersheimer haben eine Straße, die angrenzende Siedlung und eine U-Bahnstation nach dem Baum benannt, auch viele Vereine tragen die Linde im Wappen. Wie fest verwurzelt der Lindenbaum in Eschersheim ist, zeigte sich, als vor einigen Jahren sogar der Verlauf der U-Bahngleise angepasst wurde um das Wurzelwerk zu schützen.

Als Treffpunkt dient der Lindenbaum aber nicht – rechts liegt ein Schulhof, links lärmen Verkehr und U-Bahn entlang der Verkehrsachse Eschersheimer Landstraße. Wer seine Nachbarn treffen möchte hat, zumindest im Sommer, im Eschersheimer Freibad größere Chancen. Das an der Nidda gelegene Bad zählt jährlich etwa 10.000 Besucher und hält sogar einen Rekord: Mit 25 Metern steht hier die breiteste Wasserrutschbahn Europas.

Anne Frank wurde zwar im Nachbarstadtteil Dornbusch geboren, die nach ihr benannte Siedlung liegt aber im nördlichen Eschersheim. Von 1959 an entstanden hier mehr als 300 geförderte Wohnungen. Nach Ablauf der Sozialbindung wurden einige Gebäude an private Eigentümer verkauft, die Eigentumswohnungen schufen. Auch deshalb erließt die Stadt Anfang der 90er-Jahre eine Satzung, die das „siedlungstypische Wohnungsangebot“ sicher soll. Neue Wohnungen entstehen heute nördlich der Siedlung: 680 Wohneinheiten auf den Äckern in Richtung Autobahn 661.

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