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Eschersheim Ein Leben für den Sport

Hubert Handrow ist 85 Jahre alt und leidenschaftlicher Turner. Seit 1954 engagiert er sich im TV Eschersheim. Für sein Engagement erhält er am Freitag die Bürgermedaille.

Hubert Handrow
Hubert Handrow ist seit 1954 im TV Eschersheim aktiv. Foto: Christoph Boeckheler

Dass Hubert Handrow einen Großteil seines Lebens dem TV Eschersheim und dem Sport gewidmet hat, merkt man ihm deutlich an. Auf die Bedeutung von Sport angesprochen, kann es sich der 85-Jährige nicht nehmen lassen zu zeigen, warum er Bewegung für unverzichtbar hält: Mit einem Ruck springt er auf, beugt sich nach vorne, berührt mit den Fingerspitzen kurz seine Zehen und lässt sich grinsend wieder auf den Stuhl fallen. „Das macht der Sport mit einem, deshalb ist der so wichtig“, sagt Handrow.

Seit 1954 ist er Mitglied im TV Eschersheim. Zu seiner sportlichen Leidenschaft als Turner und Prellballspieler kam ab 1970 mit der Wahl in den Vorstand die Leidenschaft für die Vereinsarbeit hinzu. Von 1982 bis 2013 konnte Handrow dabei als Vorsitzender dem Verein seine Handschrift geben.

Für sein langjähriges Engagement wird der derzeitige Ehrenvorsitzende des TV Eschersheim am morgigen Freitag mit der Bürgermedaille der Stadt Frankfurt geehrt. Nicht die erste Auszeichnung, die Handrow für seine ehrenamtliche Arbeit erhält: In einem Ordner heftet der frühere Justizbeamte seit Jahrzehnten die Urkunden seiner zahlreichen Ehrungen fein säuberlich ab.

Dutzende Auszeichnungen

Wie viele es genau sind, hat er nicht gezählt. In den Plastikhüllen finden sich hohe Auszeichnungen wie der Ehrenbrief des Landes Hessen, die Ehrennadel des Landessportbundes in Gold oder die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. „Die Bürgermedaille ist aber etwas Besonderes, weil sie pro Jahr höchstens an fünf Bürger verliehen wird“, betont Handrow.

Seine Begeisterung für den Sport habe er wohl von seinem Vater geerbt, erzählt er. Dieser war schon vor dem Zweiten Weltkrieg Turner und übernahm gleich nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft nach Dorn-Assenheim in Hessen den Vorsitz im örtlichen Turnverein. 1949 konnte die Familie aus Thüringen zum Vater ziehen, der sie 1954 mit nach Frankfurt nahm, wo Vater und Sohn natürlich gleich Mitglieder im TV Eschersheim wurden.

Trotz aller Verdienste über die Jahrzehnte sieht Handrow die Geschäftsstelle, die unter seinem Vorsitz 1985 gebaut wurde, als seinen größten Erfolg für den Verein an. „Wir wurden immer größer und hatten irgendwann mehr als 2200 Mitglieder“, erinnert er sich. „Für die gab es neben der Halle nur ein Räumchen im Keller.“ Für damals 900 000 Mark wurden die Räume daher auf seine Initiative hin errichtet und bieten den heute rund 1800 Mitgliedern noch immer eine Anlaufstelle. Auch wenn die Begeisterung des Ehrenvorsitzenden für seinen Verein noch genauso groß ist wie eh und je, will sich Handrow nicht mehr ins Tagesgeschäft einmischen, sondern dem Vorstand bei Bedarf mit Rat zur Seite stehen. „Auch wenn es mich in den Fingern juckt, schätze ich meine Nachfolgerin sehr und weiß, dass sie den Verein gut führen wird“, sagt er.

Ganz untätig kann der engagierte Frankfurter aber doch nicht bleiben. „Ich werde mich in meinem großen Garten betätigen“, sagt Handrow. „Schließlich ist Gartenarbeit ja auch Sport.“

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