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Eschersheim Auftritte im Minutentakt

Beim 20. Eschersheimer Wochenende präsentiert sich die Vereinswelt. Viele Clubs haben keine Nachwuchssorgen.

Eschersheimer Wochenende
Kreativer Kindertanz der Babuschkas vom TV Eschersheim. Foto: Rolf Oeser

Es ist eine Bühne für klein und groß, die sich schnell bei den eng getakteten Auftritten abwechseln: Kaum sind die Damen der Line-Dance-Gruppe fertig, gehen die jungen Turnerinnen des Eschersheimer Turnvereins in Stellung. In ihren schwarz-grünen Anzügen springen sie in Flugrollen und schlagen Räder zu elektrischen Beats und Applaus. Die Bühne ist hoch, die Musik laut, Anlass ist die 20. Ausgabe des Eschersheimer Wochenendes.

„Die erste Idee zum Fest kam 1978 auf, weil sich zwei größere Veranstaltungen von Vereinen überschnitten“, erzählt Produktionsleiter Alexander Kamp. Und weil der Stadtteil keine eigene Kerb habe, feierten nun alle zwei Jahre die Vereine zusammen auf dem Hof der Ludwig-Richter-Schule. In Eschersheim lebe ein Partyvolk, das Kamp besonders unterhalten möchte. Zum ersten Mal spielen deshalb die „Jungen Tenöre“ mit der Kammerphilharmonie St. Petersburg, aber auch „Roy Hammer und die Pralinées“ und Vincent Gross. „Der besondere Reiz liegt darin, lokale Musikgrößen mit überregionalen Künstlern zusammenzubringen. Das ist das Erfolgsrezept.“

Rund um die große Bühne wird es immer voller, während sich die Mittagssonne auf den Hof senkt. Die Resonanz sei gut, sagt Stephan Hartung, Vorsitzender des Arbeitskreises Eschersheimer Vereine: „Wir haben absolut bestes Wetter bestellt, das bekommen wir auch honoriert.“ Es brutzelt und duftet an jeder Ecke. Die Freiwillige Feuerwehr ist mit einem Cocktailstand zugegen. Vereinsmitglieder und potentieller Nachwuchs ziehen auf dem Hof von Essens- zu Infoständen.

Die 25-jährige Laila Bouaissa vom Internationalen Familienzentrum malt und bastelt unterdessen mit den Kindern, „auch wenn sie am Anfang etwas schüchtern sind“. Die Bereitschaft der Vereine sei groß, sagt Stephan Hartung. Im Vergleich zu anderen Stadtteilen laufe es für Eschersheim gut: „Es gibt sehr starke Vereine wie die Sportclubs oder die Feuerwehr.“ Auf der Bühne verkündet Renate Neubauer vom Kleintierzuchtverein Eschersheim dann auch mit jungen Züchtern: „Dieses Jahr haben wir uns deutlich verjüngt. Alt und Jung zusammen, das ist immer eine tolle Sache.“

Gerhardt Dachrodt, Vorsitzender des Briefmarkesammler-Vereins Nord, kommt hingegen schwer an Nachwuchs. Nur wenige Meter von der lauten Bühne entfernt, stellt sein Verein Briefmarken aus aller Welt, von 1840 bis 2008, in einer Vitrine und ledernen Mappen aus. „Briefmarkensammeln ist bei jungen Leuten nicht beliebt“, weiß Dachrodt. „Aber Briefmarken sind Zeitgeschichte.“ Das jüngste Mitglied ist derzeit Markus Wehner – mit 56 Jahren. Auch wenn es verrückt klinge, „Sammeln ist wie Meditation.“ Ihm gebe die Briefmarken am Feierabend vor allem Ruhe vom Arbeitsalltag. mahe

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