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Einkaufszentren in Frankfurt Nordwestzentrum feiert Jubiläum

Das Nordwestzentrum in Frankfurt wurde vor 50 Jahren eröffnet. Damals galt es als hochmodern. Heute kommen 50.000 Besucher in das Einkaufszentrum, das immer wieder umgebaut und erweitert worden ist.

Roland Haindl
Inhaber Roland Haindl vor seinem Zoohaus, das es schon seit 1969 gibt. Foto: Rolf Oeser

Das Jahr 1968 war eine Zeit des Umbruchs. Auch für die Familie Haindl. Als vor 50 Jahren das Nordwestzentrum (NWZ) in der Nordweststadt seine Eröffnung feierte, war das Zoohaus Haindl eines der ersten 70 Geschäfte. „Der Zoohandel hat sich in den letzten 50 Jahren zum Glück dahingehend verändert, dass die Tierhaltung artgerechter geworden ist“, sagt Roland Haindl. Er leitet den Laden an gleicher Stelle in zweiter Generation. „Hier im Nordwestzentrum hat sich vor allem an der Optik viel geändert.“

Das kann man wohl sagen: Anlässlich des Jubiläums sind im Nordwestzentrum Infotafeln angebracht, auf denen die Veränderungen des 90.000 Quadratmeter großen, ovalen Areals dokumentiert sind. Die Stellwände zeigen aber die Idee, die das Nordwestzentrum von anderen großen Einkaufszentren unterscheidet. Neben Standard-Geschäften sind Bürgeramt und Bibliothek, Ärzte und die Volkshochschule, die Titus-Therme und Sportplätze untergebracht. Also nahezu alles, was im Alltag nötig ist. 

1961 nahmen Nordweststadt und damit das Nordwestzentrum ihren Anfang. „Weil das Bauland in der Nachkriegszeit knapp war, musst ein innovatives Konzept her wie Wohnen und Leben organisiert sein kann“, erzählt Pina Keffel, Marketing Assistentin des Nordwestzentrums.

Die Architekten Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann konnten die Ausschreibung für den neuen Stadtteil für sich entscheiden und ihr Konzept einer sogenannten „Raumstadt“ umsetzen. Für die Bürger war dabei ein zentraler Treffpunkt vorgesehen: Das Nordwestzentrum.

„Die vielen geraden Linien und alles aus Beton, das war damals hochmodern. Die Eröffnung am 4. Oktober 1968, gleichzeitig mit der ersten U-Bahnlinie, war ein riesiges Spektakel mit zehntausend Besuchern“, erzählt Keffel. Auf alten Fotos drängen sich die Menschen, bestaunen die städtebauliche Sensation – und fahren das erste Mal die acht Kilometer von der Hauptwache in die Nordweststadt unter der Stadt durch. 

Beim Weltkongress der Architekten 1969 wurde das NWZ als „Arbeit von Weltinteresse“ eingestuft. Doch schon bald bekam es den Spitznamen „Betonwüste“. Bereits ein halbes Jahr nach Eröffnung wurde in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bemängelt, das NWZ beschränke sich auf den Wirtschaftssektor. Bei allen funktionalen Lösungen schien die Aufenthaltsqualität zu kurz gekommen zu sein. Die Zeitung des Zentrums wiederum konterte, Besucher würden nicht nur gegängelt, sondern dürften auch dem Bedürfnis nachgehen, sich zweckfrei zu bewegen.

NWZ-Geschäftsführer blickt zuversichtlich in die Zukunft

„In den 70er und 80er Jahren war das Nordwestzentrum heruntergekommen. Von der Stadt wurde nichts gemacht“, so Pina Keffel über den Tiefpunkt des NWZ. Geschäftsführer Georg Lackner ergänzt. „Nachdem es 1985 verkauft wurde, hat es eine kosmetische Behandlung bekommen und wurde überdacht.“ Das 14.000 Quadratmeter große wellenförmige Glasdach gehört heute zu den charakteristischen Merkmalen. Mehrmals folgten Umbauten und Erweiterungen – mit den ästhetischen Standards, die andere Einkaufszentren setzen, kann es nach wie vor nicht mithalten. Durch aktuelle Baumaßnahmen wird sich an Stelle der alten Polizeiwache die Anzahl der Geschäfte von momentan 150 noch weiter erhöhen.

Der Zukunft des Einzelhandels sieht Geschäftsführer Georg Lackner optimistisch entgegen und verweist auf den Standort am Verkehrsknotenpunkt: „Wir sind anfassbares Internet, bei uns kann man an einem Ort alles finden. Wenn Shoppingcenter überleben werden, dann mit unserem Konzept.“ Etwa 50.000 Besucher zählt das Zentrum mit angeschlossenem U-Bahnsteig täglich.

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