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Einkaufen in Frankfurt Nur freitags buntes Treiben

1. UpdateDer Wochenmarkt auf dem Gravensteiner Platz im Frankfurter Stadtteil Preungesheim hat sich etabliert. Die Ladenflächen der Arkaden stehen dagegen leer, manche seit Jahren.

Gravensteiner Platz in Preungesheim
19 bis 20 Stände gibt es auf dem Markt zu entdecken. Foto: peter-juelich.com

Erst zum Brotstand. Dann zum Käse. Zum Abschluss kommt Obst in die Tasche. Routiniert läuft die ältere Dame über den Wochenmarkt am Gravensteiner Platz, sie hat ihre Rituale. Ihren Namen möchte sie nicht nennen, aber im Gespräch wird klar: Der Besuch auf dem Markt hat einen festen Platz in ihrem freitäglichen Tagesablauf. Dafür kommt sie aus dem benachbarten Eckenheim her. Und gönnt sich manchmal auch noch eine Bratwurst.

Brot, Käse, Obst – das ist nur ein kleiner Auszug des Angebots, mit dem der Wochenmarkt aufwartet. Auch Kaffee, Gemüse, Feinkost, Eier, Kartoffeln, Blumen oder Fisch können die Kunden hier erstehen. Für den Hunger zwischendurch gibt es neben der Bratwurst Pommes, Eis und Crêpes, den Durst löscht man mit Wein oder Bier.

Diese Vielfalt schätzt auch eine weitere Frau, die ihren Namen nicht verraten möchte. Aber, dass sie hier einkauft. Sie wohnt im Frankfurter Bogen, seit zwölf Jahren, den Markt besucht sie regelmäßig, „von Anfang an“. Ein Brot („das liebe ich“) steht immer auf der Liste, auch Obst und Kaffee holt sie gerne.

 

Aufgebaut sind die Stände zwischen der Endstation der Straßenbahnlinie 18 und dem Bereich mit Bäumen, die Wagen bilden eine Art Carré. Damit passt die Anordnung in die Gegend, befinden sich doch rund um den Gravensteiner Platz mehrere Carrés, zwischen den nach Apfelsorten benannten Straßen.

Nach einem Apfel, dem Gravensteiner, ist auch der Platz benannt. Um ihn gab und gibt es viele Diskussionen. Mal geht es um das Problem, dass Autofahrer ihn als Abkürzung nutzen, obwohl die Durchfahrt nur Bussen gestattet sind. Poller, die das verhindern sollen, werden kommen. Nur wann, das ist die Frage. Die stellte sich vielen Anwohnern auch in Sachen Gehweg-Fertigstellung rund um die dortigen Häuserblöcke. Ende des Jahres soll es soweit sein. Nach einer Messerattacke im vergangenen Juli brandete kurzzeitig eine Debatte über Videoüberwachung auf, die aber schnell wieder versachlicht wurde.

Eigentlich aber, so sagt es Ortsvorsteher Robert Lange (CDU), „ist der Platz wirklich ein Hingucker“. Das liege auch am Wochenmarkt. Den gibt es seit dem 8. Mai 2009. Damals sah der Platz noch anders aus, im Laufe der folgenden Arbeiten zur Fertigstellung des Platzes musste die Marktfläche dreimal umziehen, erinnert sich Roger Simak, Geschäftsführer des Landesverbandes für Markthandel und Schausteller (LMS) Hessen, der den Markt betreibt.

Mittlerweile hat sich der Markt etabliert, die Zahl der Standbeschicker liegt konstant bei 19 bis 20, womit auch die gesamte Fläche ausgefüllt ist. Sieben Stände sind seit der Eröffnung unter denselben Inhabern vertreten, bei einigen anderen hat es lediglich einen Inhaberwechsel gegeben, während das Angebot geblieben ist.

Im Gespräch mit Gastronomen

Nicht jeder neue Markt hat einen solchen Erfolg. Die positive Entwicklung macht Simak auch an der „engen Verzahnung mit der örtlichen Stadtpolitik, insbesondere dem Ortsbeirat“, fest, mit dem es immer „eine überaus konstruktive zielorientierte Kommunikation und Zusammenarbeit“ gegeben habe.

Dabei ist der Markt nicht der einzige Anlaufpunkt in der Gegend. 2016 wurden nach langer Wartezeit die Gravensteiner Arkaden eröffnet. Während in den oberen Etagen gewohnt wird, befinden sich im Erdgeschoss Geschäfte. Die größte Fläche betreibt dabei Tegut. Mit der Entwicklung der dortigen Filiale ist das Unternehmen zufrieden; man sei „von den Kunden gut aufgenommen worden und in das Geschäftsleben am Frankfurter Bogen integriert“, sagt Sprecherin Anne Biendara.

Sechs der acht Mietflächen sind vermietet.  Neben dem Tegut-Supermarkt gibt es eine Filiale der Drogeriekette „dm“, die Buchhandlung Bücher im Bogen, die Bäckerei Schaan, das Eiscafé San Marco und den Friseursalon Kaiser. Für die Nachfolge des italienischen Restaurants Godi, das zum Jahresbeginn schließen musste, gebe es einige Interessenten, „mit denen wir Gespräche führen“, so Biendara.

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