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Eckenheim Autohaus soll Ladezone bekommen

Im Streit um die Anlieferungen bei BMW Euler in der Karl-von-Drais-Straße zeichnet sich eine Lösung ab. Sie gefällt aber nicht allen.

Lotsen gegen das Verkehrschaos
So sieht es derzeit oft aus: Lotsen des Autohauses versuchen, die Gefahren zu minimieren. Foto: Privat

In der Diskussion um eine Ladezone für das BMW-Autohaus Euler in der Karl-von-Drais-Straße zeichnet sich eine Lösung ab. Ob damit alle Seiten zufrieden sind, wird sich zeigen.

Zur Erinnerung: Auf Antrag des Ortsbeirats 10 wurden Parkplätze in der Straße von der östlichen auf die westliche Seite verlegt. Dadurch entfiel die Möglichkeit für das Autohaus, Wagen direkt vor dem Firmengelände vom Lkw zu entladen. Das passiert seitdem auf der anderen Straßenseite, und das bringt viele Anwohner in Rage. Denn dort dürfen Fahrradfahrer entgegen der Einbahnstraße fahren, dort gehen viele Kinder zur Schule – und beide Gruppen geraten durch die entladenden Transporter regelmäßig in Gefahr, wenn sie auf die Fahrbahn ausweichen müssen.

Nun hat es ein Treffen zwischen Vertretern des Autohauses, dem Ortsbeirat und dem Straßenverkehrsamt vor Ort gegeben. Ergebnis: Übergangsweise sollen die Autos in der Hügelstraße entladen werden. Eine entsprechende Verfügung soll kommende Woche rausgehen, sagt Ingmar Bolle vom Straßenverkehrsamt. Wie lange es bis zur Umsetzung dauert, kann er nicht sagen. Teilnehmer des Treffens rechnen mit bis zu vier Wochen.

Als endgültige Lösung wird eine Ladezone direkt vor dem Autohaus präferiert. Das Unternehmen hat einen entsprechenden Vorschlag ausgearbeitet.

Demnach soll sie 35 Meter lang und drei Meter breit sein. Der Gehweg an dieser Stelle würde auf 1,50 Meter verschmälert. Auf der anderen Seite ist im Vorschlag von Euler ein Radfahrstreifen vorgesehen. Laut Ingmar Bolle machbar: „Man könnte die Spur zum Beispiel mit einer durchgehenden Linie noch stärker abgrenzen.“

Klaus Georg (Grüne) ist mit dem Vorschlag nicht einverstanden. Er würde es begrüßen, wenn die Übergangs- eine finale Lösung würde. Für Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) ist die – nicht nur von Euler nutzbare – Ladezone dagegen „eine gute Sache“. Davon würden alle – Radfahrer, Fußgänger und das Autohaus – profitieren. Andreas Eggenwirth von der FPD springt ihm bei, „die Lösung geht in Ordnung“.

Seine Fraktion möchte sogar noch mehr. Sie schlägt vor, den Gehweg im Bereich der Ladezone ganz aufzugeben, „damit die Autos direkt aufs Gelände gebracht werden können“. Lothar Kramer (Linke) kann sich mit der Idee ebenfalls anfreunden, auch er plädiert für eine Beseitigung des Gehweges, „weil dann mehr Platz auf der Fahrbahn ist“.

Für Kramer war der Vor-Ort-Termin noch aus einem anderen Grund wichtig. War er bislang der Meinung, dass die Entladung auch auf dem Firmengelände erfolgen könne, „weiß ich nun, dass das nicht möglich ist“.

Das sehen Anwohner wie Peter Josiger anders. Er kann sich nicht vorstellen, dass auf dem Hof kein Platz dafür sein soll. Ihn stört viel mehr, dass die Speditionen mit ihrem Entladen tagtäglich gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen „und dabei andere Menschen in Gefahr bringen“, ohne belangt zu werden. „Muss denn erst etwas passieren?“ Ingmar Bolle vom Straßenverkehrsamt kennt das Dilemma, verweist aber darauf, dass man angesichts unzähliger ähnlicher Stellen im Stadtgebiet nichts machen könne.

BMW Euler äußert sich derzeit nicht. Interessant wäre auch zu erfahren, was der Namensgeber der Straße dazu sagen würde. Karl von Drais gilt nämlich als der Erfinder des Fahrrads.

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