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Dornbusch Protest gegen Verdichtung

Der Bauaufsicht liegt ein Antrag einer Baufirma vor. Danach ist geplant, am Rande des Dichterviertels bestehende Häuser aufzustocken und Grünflächen zu bebauen. Dagegen wollen 20 Bürger vorgehen.

Bauarbeiten
Ein Bauarbeiter hebt auf einer Baustelle ein Brett in die Höhe. (Symbolfoto) Foto: dpa

G egen ein geplantes Bauvorhaben am Rande des Dichterviertels im Dornbusch regt sich Protest: Rund zwanzig Anwohner haben sich jetzt zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Sie wollen die Pläne zu Fall bringen. „Dieses Bauvorhaben würde die Wohnqualität im Quartier massiv beeinträchtigen“, empört sich René Schwarz, Mitgründer und Sprecher der Initiative.

Der Hintergrund: Der städtischen Bauaufsicht liegt ein Antrag vor, nach dem das Reihenhaus an der Eschersheimer Landstraße 357 – 369 von derzeit drei Vollgeschossen und einem Mansardengeschoss auf fünf Vollgeschosse erhöht werden soll. Auf diesem Weg könnten zwölf neue Wohnungen entstehen. Zusätzlich soll auf der Grünfläche zwischen Klaus-Groth-Straße und Eschersheimer Landstraße eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen sowie drei Neubauten mit jeweils drei Vollgeschossen und neun Wohnungen entstehen. Insgesamt könnten so 39 neue Wohnungen geschaffen werden.

Laut Bauaufsicht wurden die Pläne der in der Innenstadt ansässigen Baufirma noch nicht genehmigt. Und genau dazu will es die Bürgerinitiative auch gar nicht erst kommen lassen. „Der Bauhausblock an der Eschersheimer Landstraße würde durch die Aufstockung monströse Ausmaße bekommen“, befürchtet Schwarz. Zudem werde durch die Neubauten und Tiefgarage die „Grüne Lunge“, die das Gebäude vom angrenzenden Dichterviertel trennt, „gekillt“.

Die Bürgerinitiative fürchtet auch einen Kahlschlag der Bäume und Pflanzen auf der Freifläche sowie eine zunehmende Verkehrsbelastung und Parkplatzprobleme. „Eine Tiefgaragenausfahrt ist mit erheblichem Lärm verbunden“, betont Schwarz.

Ein Gutachten der Bauaufsicht soll nun prüfen, ob ein Schallschutz, etwa eine hohe Mauer, notwendig wäre. „Das könnte das Aus für die Pläne bedeuten“, meint Schwarz.

Auch rechtlich sehen die Anwohner einige Mängel in den Plänen: So verstoße die Aufstockung des Wohnblocks gegen den geltenden Bebauungsplan, und der Neubau von drei Gebäuden gegen die Erhaltungsatzung des Dichterviertels.

„Ob das der Fall ist, entscheidet die Bauaufsicht“, erklärt Mark Gellert, Sprecher des Planungsamts. Ein Baugenehmigungsverfahren zum Antrag werde eingeleitet. Ob ein Verstoß vorliegt, könne aber nicht beurteilt werden. Das entscheide erst eine Prüfung in den kommenden Wochen. Gellert verweist auf so genannte Befreiungsregelungen des Baurechts. Danach wäre eine Aufstockung des Wohnblocks an der Eschersheimer Landstraße möglich, so lange die Grundzüge des städtebaulichen Bildes nicht beeinträchtigt werden.

„Im August werden Ergebnisse vorliegen“, sagt Martin Friedrich, Leitungsmitglied der Bauaufsicht. Spätestens dann werde auch entschieden, ob eine Baugenehmigung erteilt wird oder nicht.

In unserer Reihe FR vor Ort widmet sich die FR-Lokalredaktion eine Woche lang einem bestimmten Frankfurter Stadtteil. In dieser Woche dem Dornbusch. In der kommenden Woche berichten wir aus Nieder-Erlenbach.

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