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Demo gegen AfD Draußen Pfiffe, drinnen Jubel

350 Menschen protestieren in Enkheim gegen den Wahlkampfhöhepunkt der AfD.

?Ganz Frankfurt hasst die AfD!? Mit lauten Parolen wird vor dem Volkshaus protestiert.

Die lauten Pfiffe und Parolen sind schon zu hören, wenn man in Enkheim aus der U-Bahn steigt. „Nazis raus“ wird gerufen, und immer wieder „Haut ab“. Am frühen Mittwochabend haben sich rund 350 Menschen vor dem Volkshaus Enkheim versammelt, um gegen die letzte Abschlussveranstaltung der AfD Frankfurt zur hessischen Landtagswahl zu protestieren. Die soll drinnen stattfinden, im von der Polizei abgeriegelten Saal. Fahnen der Linkspartei, der SPD, der Grünen und der Antifa werden geschwenkt, auf Schilder und Transparente haben die Protestierer Sprüche wie „Hass macht hässlich“ oder „Nazis entgegentröten“ geschrieben.

Auch bekannte Frankfurter Politiker sind gekommen, die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen etwa, Beatrix Baumann, Vorstandssprecherin der Frankfurter Grünen, oder der Fraktionsvorsitzende der Linken im Römer, Martin Kliehm. Die unterschiedlichen Redebeiträge, die von einer kleinen Bühne aus gehalten werden und der AfD vorwerfen, gegen Minderheiten zu hetzen und die Demokratie zu gefährden, sind im Grunde kaum zu verstehen: Jedes Mal, wenn einzelne AfD-Sympathisanten durch die Absperrungen gehen und das Volkshaus betreten, wird ohrenbetäubend gepfiffen und gebuht. „Schämt euch!“, ruft ein Redner durchs Mikrofon.

Während es draußen langsam dämmert und die Gegendemonstranten motiviert weiter pfeifen und buhen, herrscht drinnen im Volkshaus ausgelassene Stimmung. Fast 300 Menschen sind gekommen, der Saal platzt aus allen Nähten, am Ende müssen sogar Interessierte abgewiesen werden. Viele Landtagskandidaten der AfD sind da, der Spitzenkandidat und Geschäftsführer der AfD im Römer, Rainer Rahn, der hessische Landesvorsitzende Robert Lambrou. Die prominentesten Gäste des Abends, die Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch und Gottfried Curio, werden schon vor ihren Reden mit reichlich Applaus begrüßt.

Und als Guido Reil, Mitglied des AfD-Bundesvorstands aus Nordrhein-Westfalen, den Versammelten in einem kurzen Grußwort zuruft, die Gegendemonstranten seien „primitive, stumpfsinnige Idioten“, 300 Millionen Afrikaner würden sich gerade auf den Weg nach Deutschland machen und nur die AfD sei der Garant dafür, dass die Willkommenskultur in Deutschland endgültig beendet sei, da liegt ihm der Saal jubelnd zu Füßen. Es ist ein ungewöhnlicher Abend in Frankfurt.

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