Lade Inhalte...

Das Jahr im Ortsbeirat 14 „Der Platz ist fantastisch“

Frank Immel über das neue Kunstrasenfeld in Harheim, den Ausbau der S6 und den neusten Stand der Diskussion um die Unterkunft für Geflüchtete.

Frank Immel
Der Ortsvorsteher auf dem Sportplatz Harheim mit dem neuen Kunstrasenfeld. Foto: Monika Müller

Herr Immel, auch Harheim ist vom Ausbau der S6-Strecke betroffen. Spüren Sie im Stadtteil derzeit schon etwas davon?
Bis auf die Fahrplanabweichungen aufgrund der Bautätigkeit spüren wir noch nicht viel. Es ist aber geplant, dass ein Teil des Baustellenverkehrs durch Harheim geleitet werden soll. Das wird einige Einschränkungen mit sich bringen, wenn Lastwagen durch die Tempo-30-Zone rollen.
 
Die kleine Niddabrücke soll befestigt werden für den Schwerlastverkehr. In dieser Zeit bleibt sie gesperrt. Es soll dann für Fußgänger und Radfahrer einen Ersatz geben, was aber laut Bahn zu weiteren Verzögerungen führen würde. Auf was richten Sie sich ein?
Die Brücke wird für den Lastwagenverkehr „ertüchtigt“. Das erfordert eine dreimonatige Bauzeit, während der die Brücke gesperrt wird. Die S-Bahnnutzer können den Bahnhof Berkersheim in dieser Zeit nicht mit dem Bus erreichen. Der 25er-Bus wird dann zum Frankfurter Berg umgeleitet – leider mit dem entsprechenden Zeitverlust für die Passagiere. Wir möchten, dass während der drei Monate die S-Bahn-Station wenigstens zu Fuß und mit dem Rad erreicht werden kann. Dazu soll eine Behelfsbrücke errichtet werden. Das Verkehrsdezernat der Stadt Frankfurt hat sich dieser Forderung angeschlossen. Derzeit laufen Verhandlungen der städtischen Ämter mit der Deutschen Bahn. Es gibt noch kein Ergebnis.
 
In der Diskussion war auch immer wieder die Brücke am Berkersheimer Bahnhof, die mit dem Ausbau der Bahnstrecke zusammenhängt und Auswirkungen auf Harheim hat. Sie hatten sich mit ihrem Pendant im Ortsbeirat 10, Robert Lange, ausgetauscht. Was ist Ihre Wunschvorstellung für den Bahnübergang?
Wir möchten eine Lösung, die den Anwohnern, Landwirten und Rettungsdiensten sowie eventuell dem ÖPNV eine Überquerung der Schienen ermöglicht, aber sonstigen Kraftfahrzeugverkehr aus dem Niddatal fernhält. Dazu schlagen wir vor, eine einspurige Variante der Brücke zu prüfen, die auch zur Kostenreduzierung führen würde. Mindestens ebenso wichtig ist uns, dass ein barrierefreier Übergang für Fußgänger und Radfahrer und ein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen realisiert wird. Heute ist klar, dass die von Ihnen angesprochene Brücke für Kraftfahrzeuge zum Start der vierspurigen S6 nicht fertig sein wird – wahrscheinlich ist sie bis dahin noch nicht einmal begonnen. Umso wichtiger ist daher, dass schnellstmöglich eine Fußgänger-/Radfahrerbrücke mit Aufzügen als dauerhafte barrierefreie Lösung geplant und realisiert wird. Das ist für uns unabdingbar!
 
Weil der Ortsbeirat nicht die gesamte Summe von rund 7000 Euro stemmen konnte, wurde eine Spendenaktion für einen Bücherschrank im Stadtteil gestartet. Die läuft noch bis Jahresende. Wie viele Geld ist dabei bereits zusammengekommen? 
Es wurden über die Plattform des Vereinsrings schon über 3800 Euro gespendet. Das Amt für Straßenbau und Erschließung steuert auch noch 1000 Euro bei.
 
Wann könnte der Bücherschrank stehen?
Der Schrank wird im zweiten Quartal des kommenden Jahres aufgestellt. Standort wird der Kirchplatz sein. Es muss nur noch geprüft werden, wo genau das Fundament errichtet werden kann, ohne mit Versorgungsleitungen in Konflikt zu kommen. 


 
Die SG Harheim hat einen neuen Kunstrasenplatz bekommen. Ist er so geworden, wie Sie es sich vorgestellt haben?
Ja, der Platz ist fantastisch! Die gesamte Bezirkssportanlage präsentiert sich jetzt in einem geradezu vorbildlichen Zustand und bietet der SG Harheim eine Sportanlage, auf der Aktive, Kinder, Trainer und Betreuer optimale Bedingungen für den Sport finden. Die Sportanlage wird intensiv genutzt und erfüllt als beliebter Treffpunkt in unserem Stadtteil auch eine wichtige soziale Funktion.
 
Im Niederfeld entsteht eine Unterkunft für Geflüchtete. Um die gab es Diskussionen, auch Sie hätten sich eine kürzere Laufzeit gewünscht. Wie ist der aktuelle Stand? Im Winter sollten ja die ersten Bewohner einziehen.
Das Ergebnis des politischen Entscheidungsprozesses müssen wir akzeptieren – auch wenn wir andere Vorstellungen hatten. Nun steht der Einzug bevor und es gilt, das Beste daraus zu machen. Am 15. Januar kann der bis dahin fertig gestellte Teil der Wohnanlage besichtigt werden und am nächsten Tag beginnt der Einzug; es gibt Platz für etwa 90 Bewohner. Die Bauabschnitte für das Projekt „Gemeinschaftswohnen“ und „Menschen mit besonderem Wohnbedarf“ sollen dann im Laufe des ersten Halbjahres 2019 fertig werden. Es hat sich auf Initiative des Ortsbeirates ein Runder Tisch gebildet, an dem sich Menschen, die am Gelingen der Wohnanlage mitwirken wollen, treffen. Wir haben als Ortsbeirat mit dem DRK Frankfurt, das die Unterkunft betreiben wird, sehr kompetente Partner. Gemeinsam wollen wir, dass der Zuzug der Migranten möglichst reibungslos verläuft.
 
Eine Folge der neuen Bewohner – es entstehen auch noch Neubaugebiete – ist ein Mangel an Betreuungsplätzen an der Grundschule. Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Stadt neue Plätze schafft? 
Kurzfristig wollen wir eine Containerlösung, um den zusätzlichen Bedarf aufzufangen. Ich denke, dass das Gelände der Grundschule dafür geeignet wäre. Das Anliegen ist bei der Stadt Frankfurt bekannt und das zuständige Bildungsdezernat hat zugesagt, „mit Hochdruck“ an der Realisierung zu arbeiten. Wir vertrauen auf diese Aussage und bleiben als Ortsbeirat gleichzeitig mit ständigen Gesprächen an dem Thema dran.

Interview: Fabian Böker

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen