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Brand im Dornbusch Eltern der abgebrannten Kita stehen zusammen

Von den Großbränden in Frankfurt ist nun auch eine Kindertagesstätte im Dornbusch betroffen. Die Eltern orgaisieren einen Notbetrieb.

Brand Waldorfkindergarten
Die Feuerwehr löscht am Vormittag noch letzte Glutnester. Vor anderen Seite sieht die Kita schlimmer aus. Foto: Rolf Oeser

Vom Feuer ist nichts mehr zu sehen, aber die Feuerwehr löscht noch immer. Vom Kranwagen aus reißt ein Rettungshelfer die Verkleidung des Gebäudes ab, der Kollege in der Kanzel hält mit dem Schlauch drauf. Hinter den Holzpaneelen gibt es auch sechs Stunden, nachdem der Brand gemeldet wurde, noch Glutnester. Von der Seite zur Schule hin sieht die Kita noch ganz gut aus, aber wer durch den Innenhof auf die Eingangsseite geht, sieht das ganze Ausmaß des Großbrands. Im Innenhof der Waldorfschule stehen ein paar Eltern und Stefanie Bode-Witzel. Sie beobachten die Arbeiten der Feuerwehr mit einer gewissen Ungläubigkeit. Bode-Witzel ist Klassenlehrerin einer sechsten Klasse an der Waldorfschule. Von dem Feuer hat sie schon sehr früh am Morgen erfahren, denn ihr Mann ist Hausmeister in der Schule. „Ab 5.30 Uhr haben wir angefangen die anderen Klassenlehrer zu verständigen“, sagt Bode-Witzel. Ziel sei es gewesen, möglichst viele Schüler zu erreichen und sie vom Schulausfall zu informieren. „Das scheint geklappt zu haben, es ist niemand da“, sagt die Klassenlehrerin.

Derweil hat sich die Schulleitung zu einer Krisensitzung im Schulgebäude getroffen. Die drängendste Frage: Wohin mit den 80 Kindern, die sonst in der Kita unterkommen? Einige Eltern haben sich spontan bereit erklärt, sich um die Kinder, deren Eltern am Morgen gar nicht weiter wussten, zu kümmern. Eine der spontan eingesprungenen Mütter ist Daniela Lindermayer. Die freiberufliche Architektin hat eine Tochter auf der Schule. Doch statt einem Kind in der Schule hat sie am Montag sechs Kinder zu Hause. „Ich habe mir das einteilen können und bin zu Hause geblieben“, sagt sie und will ansonsten gar nicht groß über ihre Hilfsbereitschaft reden, weil das selbstverständlich sei.

Gesprächiger wird sie, als die Sprache auf den Brand selbst kommt. „Wir haben bei dem Kindergarten selbst Hand angelegt und gestrichen, da steckt eigener Schweiß drin. Wenn das wirklich eine Brandstiftung war, muss man sich schon fragen, warum so was sein muss.“

Thomas Janson von der Schulleitung ist zunächst mal ein bisschen stolz über die pragmatische Lösung, dass einige Eltern für andere eingesprungen sind. „Da hat quasi ein interner Notfallplan gegriffen“, sagt er im ersten Stock des Gebäudes, in dem bislang nur der Notstrom an ist. Ab heute, wenn der Schulbetrieb wieder läuft, sollen die kleinen Kinder, 63 über drei Jahre und 17 darunter, im Schulgebäude und „befreundeten Institutionen“ untergebracht werden.
Thomas Janson und sein Kollege Paul Rosenfeld von der Schulleitung wirken sehr aufgeräumt, dafür dass ihr neuwertiges Kitagebäude, dass sie erst vor vier Jahren für 1,5 Millionen Euro errichtet haben, vor Stunden in Flammen aufging und gerade noch gelöscht wird. Sie haben auf dem Gelände noch zwei weitere Gebäude aus Holz, das Werkgebäude und den Hort. „Wir werden das überwachen lassen“ kündigt Janson an. 

Heute soll der Gutachter der Brandschutzversicherung sich den Schaden anschauen. „Wir wissen im Moment noch gar nicht, wie die Versicherung im Fall einer Brandstiftung zahlt“, gesteht Janson. Auch, ob das Gebäude saniert oder womöglich komplett abgerissen und neu gebaut werden muss, ist unklar.

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