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Bonames Smart-Markt in Bonames schließt

Der Smart-Markt, ein soziales Projekt am Oberen Kalbacher Weg, ist wegen sinkender Umsätze und fehlender Mitarbeiter nicht mehr tragbar. Der Geschäftsführer denkt bereits über ein neues Konzept nach.

Smart-Markt
Nur noch bis Jahresende können die Bonameser hier einkaufen. Foto: Andreas Arnold

Der Smart-Markt am Oberen Kalbacher Weg hat „seinen Auftrag erfüllt“. Das sagte Markt-Leiter Volker Tollkühn am Dienstagabend in der Sitzung des Ortsbeirats 10. Als der Laden 2010 eröffnete, gab es nur den benachbarten Penny. Mittlerweile sei die Konkurrenz durch zwei Rewe-Märkte zu groß, so Tollkühn. Daher sei „nun der Zeitpunkt günstig, das Geschäftsmodell Smart-Markt an dieser Stelle zu beenden“.

Das größte Problem sei der Umsatz, der um 40 Prozent gesunken sei. Das sei angesichts der veränderten Situation im Stadtteil normal, findet der Leiter. So ist der Penny mittlerweile saniert und erneuert worden, außerdem gibt es seit 2014 in 750 Meter Entfernung einen großen Rewe an der Homburger Landstraße. Und ebenfalls nur rund zwei Kilometer entfernt liegt ein weiterer Rewe-Markt in Kalbach.

„Da können wir nicht mithalten“, sagt der Geschäftsführer, und klingt dabei nicht unbedingt traurig. „Wir sind damals gestartet, um die Versorgungssituation im Stadtteil zu verbessern. Das haben wir geschafft, nun werden wir eben nicht mehr in dieser Form gebraucht.“

Dabei ist der Smart-Markt kein Laden wie jeder andere. Er hat zwar das Sortiment, das auch Rewe und Nahkauf anbieten. Das besondere aber sind die Mitarbeiter. Die meisten von ihnen nehmen als Langzeitarbeitslose an Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogrammen teil, mit dem Ziel einer abgeschlossenen Ausbildung.

Nicht mehr so viele Teilnehmer

Das ist auch einer der Gründe für das Aus in Bonames. „Wir haben nicht mehr so viele Teilnehmer“, sagt Volker Tollkühn, der auch die Filialen in Eckenheim und Sindlingen verantwortet und zudem Geschäftsführer des Trägers „Smart Work“ ist.

Woran das letztendlich liege, wisse er nicht genau. Einerseits stehe man in Konkurrenz mit anderen, die eine berufliche Integration anbieten. Andererseits habe sich auch der Arbeitsmarkt an sich gewandelt. „Viele Menschen kommen heutzutage schneller dort unter.“

Am 30. Dezember hat der Laden letztmalig geöffnet, Ende Februar werden die Räume dann an den Vermieter übergeben. Ob es einen Nachfolger gibt, kann Tollkühn nicht sagen.

Er selbst aber hat schon Ideen, wie es weitergehen könnte. Er arbeitet an einem Konzept namens „Smart 2.0“, mit dem er in Bonames – sofern er entsprechende Signale eines Bedarfs erhält – ansässig werden möchte. Es beinhaltet erneut eine Ladenfläche, „aber viel, viel kleiner als bisher“. Vorrätig sollen dort vor allem Frischwaren, Obst, Gemüse und Molkereiprodukte sein, auch von einem kleinen integrierten Café träumt Tollkühn.

Alle anderen Dinge soll der Kunde – als Zielgruppe bezeichnet Tollkühn eher ältere Menschen – online bestellen können, mit Hilfe der Mitarbeiter, die die Waren auch später an die Kunden aushändigen. Gespräche mit entsprechenden Anbietern will der Geschäftsführer in der kommenden Zeit führen, noch steht er mit seinen Ideen ganz am Anfang.

Begegnungsort für die Einwohner

Er kann sich aber auch vorstellen, dass in dem Laden Informationen aus dem Ortsbeirat oder der Stadtverordnetenversammlung verbreitet werden. Der neue Smart-Markt soll „Teil des Lebens im Quartier“ werden, ein Begegnungsort für die Einwohner.

In Eckenheim und Sindlingen stellt sich die Frage nach einem Ende des Projektes bislang nicht. In Eckenheim gibt es zwar auch andere Discounter in der Nähe, doch dort dient der Smart-Markt in der Porthstraße noch als gute Ergänzung. In Sindlingen in der Hugo-Kallenbach-Straße gibt es keine unmittelbare Konkurrenz, der Laden läuft.

Wie es in Bonames 2018 weitergeht, ist derzeit unklar. Auf Antrag des Ortsbeirats 10 soll der Magistrat in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt nun aber prüfen, wie der Einzelhandel im Stadtteil künftig deutlich gestärkt werden kann.

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