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Bonames Natur mit allen Sinnen erleben

Beim Grüngürtel-Tierfest zeigt die Stadt, warum ihre Wildnis so wichtig ist. Die Teilnehmer der Wildnis-Tour sind hin und weg.

Grüngürtel-Tierfest
Rayyan spielt mit seiner Mama Angelika Fischer Spikeball. Foto: Michael Schick

Nein, da hat nicht bloß jemand vergessen, zu mähen. Die Wiese nahe des Sportplatzes im Nordpark Bonames soll so „unordentlich“ sein. Sie ist Projektfläche von „Städte wagen Wildnis“, einem bundesweiten Projekt, auf das beim diesjährigen Grüngürtel-Tierfest aufmerksam gemacht werden soll.

„Viele wundern sich auf ihrer morgendlichen Joggingrunde, warum man diese Wiese einfach wachsen lässt, und wissen gar nicht von uns“, sagt Christiane Frosch von Bio-Frankfurt, einem Partner des Projekts. „Die Frage ist, wie bringen wir die Leute hier her?“ Mit Spiel, Sport und kleinen Wildnistouren, einem Programm, das absichtlich auf alle Altersgruppen ausgelegt ist.

Frieder Leuthold vom Umweltamt, das ebenfalls Projektpartner ist, führt schon die dritte Gruppe von Eltern und Kindern durch das nahe Waldgebiet. Mit einer Runde Naturmemory sollen die Kinder ihre Umgebung erkunden – da kommt die Wildnis dazwischen.

Mit dem begeisterten Ausruf „Ein Grashüpfer!“ stürmen alle auf eine Stelle, um dem Langbein mit der Becherlupe auf die Pelle zu rücken. Leuthold wartet bloß geduldig. „Die Kinder sind klasse“, sagt er über die Gruppenführungen. „Die sind so geflasht von allem, was sie finden.“ Ziel der Führungen ist es, auf die häufigeren Aktionen im Wildnisgebiet aufmerksam zu machen und mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. „Sanfter Ökotourismus“ nennt Frieder Leuthold das.

Natur und Natur-Erleben zu verbinden

„Wenn wir den Bereich einfach nur einzäunen, bringt das keinem was. Wichtig ist, Natur und Natur-Erleben zu verbinden.“ Ganz so leicht wie es aussieht, ist das Wildwiesenwachsenlassen nämlich doch nicht; Landwirte und Baupläne schieben sich häufig dazwischen. „Das ursprüngliche Ziel schmilzt da dann schnell mal zusammen“, sagt Leuthold.

Die Teilnehmer der Wildnis-tour sind jedenfalls hin und weg. Die siebenjährige Greta hat überhaupt keine Angst vor allem, was krabbelt. Und der etwas ältere Pascal kommt begeistert Leutholds Aufforderung „Wer möchte mal ein Baum sein?“ nach, und zeigt, wie schwer das eigentlich ist, wenn ein Baum mit seinen Wurzeln Wasser aus der Erde saugen muss.

„Ich habe drei Kinder in verschiedenen Altersgruppen, das Programm hier passte auf alle“, sagte Katharina Lobeck. „Die Älteste hat gerade beim Crossfit mitgemacht, die Kleinen können beim Turnen herumspringen.“ Auch Daniela Meyer ist mit dem Kinderprogramm sehr zufrieden: „Mein Sohn ist ganz naturvernarrt“, sagt sie und schaut sich um. „Der ist da vorne schon wieder irgendwo am Buddeln.“

Die sture Augustsonne sorgt zwar für weniger Besucherandrang, dämpft die Stimmung aber nicht. „Ich hab fast das Gefühl, die Kinder merken das kaum“, sagt Elvira vom TSV Bonames, die mit Henriette einen Kinderparcours leitet. Frosch meint, „Remmy-Demmy“ solle es an diesem Tag eigentlich sowieso nicht geben: „Keine Musik, keine Hüpfburg – es geht ja schließlich um die Natur.“ Deswegen gibt es auch am Biostand Snacks und Eis aus der Region.

In der Mitte des Sportplatzes gibt es dann aber doch ein wenig Lärm, aber guten. Dany Kupczik trommelt da gerade mit einer Gruppe auf Gymnastikbällen herum. „Drumms alive“ nennt sich der Spaß. „Das war eine schöne Abwechslung nach der ruhigen Wildwanderung“, finden Lukas und Willi Brüggemann.

Kupczik macht das Programm sogar mit Demenzkranken: „Das kann man prima dosieren, es geht auf fast jede Musik und jeder kann mitmachen.“ Sie findet das Thema des Festes sehr wichtig: „Das Konzept per se ist unheimlich schön. So kann man den Menschen zeigen, geh raus, weg vom Fitnessstudio, hier ist es schöner.“

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