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Bonames Kritik an geplanter Jugendwohngruppe

Die Alte Schule in Bonames soll unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnehmen.

Die Bewohner in direkter Umgebung der Alten Schule in Bonames werden frühestens Ende dieses, spätestens aber zu Beginn des kommenden Jahres neue Nachbarn bekommen. Entsprechende Pläne stellten Jürgen Mattis und Claudia Zinn vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt (ERV) am Dienstagabend in der Sitzung des Ortsbeirates 10 vor.

Demnach soll in der Alten Schule an der Homburger Landstraße 626 eine Jugendhilfeeinrichtung unter der Trägerschaft des EVR einziehen. „13 Plätze wird es dort geben für Jugendliche zwischen zwölf und achtzehn Jahren“, erklärte Zinn. Neun der Plätze würden belegt von unbegleiteten minderjährigen Ausländern, die derzeit noch in Schwanheim untergebracht seien, seit zwei Jahre aber schon in Deutschland lebten.

Der Umzug, so Mattis, sei notwendig, da die Räumlichkeiten in Schwanheim nur eine Übergangsmöglichkeit darstellten „und wir zudem von der Stadt die Liegenschaft in Bonames angeboten bekommen haben“. Neben den unbegleiteten minderjährigen Ausländern sollen langfristig in der Einrichtung auch deutsche Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen unterkommen. Betreut würden die Jugendlichen tagsüber von drei bis vier Fachkräften, nachts sei immer eine Person mit in dem Haus, erklärte Zinn.

Dialog mit den Nachbarn

Bei Besuchern des Ortsbeirates regte sich mit Blick auf die Liegenschaft und ihre Historie einige Kritik. Vor einigen Jahren schon gab es in dem Gebäude eine Jugendeinrichtung, deren Bewohner jedoch durch ihr Verhalten für Ärger sorgten. Eine Besucherin sagte, man wolle in Bonames bloß nur noch seine Ruhe haben und keine weiteren Probleme, egal wer da komme.

Zinn und Mattis bemühten sich, die Wogen glatt zu halten und kündigten fortwährende Dialogbereitschaft mit der Nachbarschaft an. In den anderen Einrichtungen des ERV habe man bisher keine der geschilderten Situationen gehabt. „Und auch die Zusammenführung von ausländischen und deutschen Jugendlichen stellt kein Problem dar“, sagte Zinn. In der Einrichtung des ERV an der Eschersheimer Landstraße funktioniere das Konzept gut.

Die Jugendlichen in der Alten Bonameser Schule würden großteils aus Afghanistan stammen, sagte Zinn. Auf die Bleibeperspektive angesprochen, erklärte sie, dass eine solche großteils bestehe. Bei zwei der Jugendlichen seien entsprechende Anträge bisher abgelehnt worden. Robert Lange (CDU), Ortsvorsteher des Beirates, empfahl dem ERV die Zusammenarbeit mit den Bonamesern Sportvereinen. So hätten die Jugendlichen etwas zu tun und würden integriert.

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