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Bonames/Kalbach Neue Stimmung schaffen

Die Malerin Kadicha Hild nutzt Fotos als Inspiration. Ihre Arbeiten zeigt sie in einer Ausstellung mit Kunst- und Arbeitskollege Anton Neubert.

Kadicha Hild
Kadicha Hild aus Bonames. Foto: Rolf Oeser

Als die Kirgisin Kadicha Hild 2015 ihre erste Ausstellung in einem Riedberger Seniorenpflegeheim plante, stieß sie auf unerwartete Probleme. Noch bevor die Betreuungsassistentin des Pflegeheims auch nur eines ihrer Malereien aufhängen konnte, hatten sich begeisterte Senioren und Kollegen fast alles geschnappt und gekauft.

Die 17 Werke der 57-Jährigen, die ab Sonntag in der Ausstellung „Fotografie und Variation“ im Tower Café Bonames-Kalbach zu sehen sind, haben es an die Wände geschafft. Zusätzlich präsentiert der Frankfurter Fotograf Anton Neubert zehn seiner Bilder.

Neubert und Hild kennen sich durch die Arbeit im Pflegeheim. Neubert fotografiert schon seit seiner Kindheit, füllte bereits vier Ausstellungen mit seinen Bildern. Seine Fotos dienten Hild als Vorlage und Inspiration für ihre Malerei. Mit Öl und Acryl zeichnet sie Landschaften und Häuser der Fotos nach, lässt ihre eigene Sichtweise und Stimmung einfließen. Zudem zeichnete die Kirgisin Blumen, Früchte oder Porträts, etwa zwei bis sechs Monate arbeitet sie an einem Werk.

Die Bilder kosten zwischen 50 und 220 Euro. Vorgezeichnet wird nicht, sie nimmt den Pinsel in die Hand und legt los. Bis es so weit ist, verstreicht manchmal viel Zeit: „Ich kann einen Monat lang vor einer leeren Leinwand sitzen und überlegen“, sagt Hild. „Und mit dem Ergebnis ist sie nie zufrieden“, sagt ihr Ehemann Marko Hild. Sie sehe immer Verbesserungsbedarf, so der Englischlehrer, „auch, wenn alles perfekt ist.“

Kadicha Hild ist in Kirgistan geboren und aufgewachsen, arbeitete in der Hauptstadt Bischkek als Marketingdirektorin in einem Kunstmuseum. 2010 war Lehrer Marko Hild für ein Schulprojekt dort, die beiden lernten sich kennen und lieben. Gemeinsam ging das Ehepaar nach Deutschland. Eine Anstellung als Marketingdirektorin fand die Künstlerin nicht. Daher machte sie eine Ausbildung zur Betreuungsassistentin, arbeitet nun seit fast drei Jahren im Seniorenpflegeheim „Casa Reha“ an der Altenhöferallee.

In ihrem Alltag beschäftigt sie sich mit den Heimbewohnern, sie gehen spazieren, lesen oder malen gemeinsam. „Viele Bewohner denken, sie können nicht zeichnen. Wenn sie dann das Ergebnis sehen, sind sie überrascht“, erzählt Hild.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 17. Dezember, um 13 Uhr im Tower Café, Alter Flugplatz Bonames-Kalbach, eröffnet. Zu sehen bis zum 28. Februar.

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