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Bonames Aufregung um Baugebiet in Bonames

Die Stadt überarbeitet die Pläne fürs Eschbachtal. Bürger befürchten, die Stadt wolle wieder mehr Wohnungen bauen.

Protest
Thomas Kettner (links) und Peter Koenig von der Bürgerinitiative L(i)ebenwertes Bonames protestieren 2014 gegen das Wohngebiet am Harheimer Weg - Bonames-Ost / Am Eschbachtal.

Die Stadt überarbeitet ihre Pläne für Bonames-Ost – mal wieder. Das auch „Eschbachtal / Harheimer Weg“ bezeichnete Vorhaben stammt noch aus den 70er Jahren. Auf den 44,25 Hektar zwischen Harheim, Bonames und Nieder-Eschbach soll ein großes Wohngebiet entstehen. Wie groß es tatsächlich wird – dazu hat es in den vergangenen Jahren verschiedene Ideen und Entwürfe gegeben und viel Streit.

Der Ortsbeirat 14 (Harheim) ist erneut in heller Aufregung. Das Gremium befürchtet, die Stadt könnte mehr Wohneinheiten auf dem Areal planen als gedacht. Zuletzt sind 1360 bis 1580 Wohnungen im Gespräch gewesen. Plus Schulbau. Es ist das Thema Schule, das die Harheimer Ortspolitiker erzürnt: Wegen der Neuplanung könnte das eigentlich für Bonames-Ost geplante sogenannte Gymnasium Nord doch noch woanders hinziehen. „Planungsdezernent Mike Josef will das Paket neu schnüren und diesem Spiel fällt die Schule zum Opfer“, schimpft Ortsvorsteher Frank Immel (CDU).

Im Frühjahr hat die FR berichtet, die Stadt wisse nicht wohin mit dem Gymnasium. Die Schule arbeitet zwar schon in einem Provisorium in Westhausen. Das Baugebiet Bonames-Ost steckt aber in der Planung fest. Die Kommune hält nach anderen Standorten Ausschau.

Deswegen wollte der Ortsbeirat 14 wissen, was aus der Schule werden soll. Die Antwort hat Ortsvorsteher Immel in der Sitzung des Gremiums am Montag verlesen. Der Umzug der Schule nach Bonames hängt am Bebauungsplan. Der ist in Arbeit, darum lasse sich der ursprünglich angedachte Eröffnungstermin nicht halten. Der sollte sein, „wenn die ersten Schüler in die Oberstufe wechseln“, so Immel. 2016 hat die Stadt die ersten Fünftklässler dort eingeschult.

Planungsdezernat hält sich bedeckt

Immel seufzt. Und liest: „Für das Baugebiet wird derzeit auf Basis des im vorangegangenen Dialogprozess gefundenen Konzeptes die städtebauliche Dichte im Hinblick auf einen möglichst schonenden Umgang mit dem Boden überprüft.“ Der „schonende Umgang“ lässt Raum für Interpretationen. Ein Laie würde sagen, „schonender Umgang“ bedeutet, dass die Stadt wenig Flächen versiegeln möchte.

Immel und der Ortsbeirat gehen davon aus, dass ein schonender Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Bauland gemeint ist. Also, dass die Kommune das bisschen Bauland, das sie hat, ausnutzt und dicht bebaut. Das Planungsdezernat hält sich bedeckt. Eigentlich möchte es der von Immel verlesenen Stellungnahme nichts hinzufügen. Zögerlich sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), immerhin: „Eine Erhöhung der bisher diskutierten Anzahl der Wohneinheiten ist nicht vorgesehen.“

Auch das lässt Raum für Interpretationen. Schließlich haben Planer und Bürger über viele Entwürfe diskutiert. Die Bandbreite reicht von 1200 Wohnungen bis 2640, die der Flächennutzungsplan des regionalen Planungsverbands erlauben würde.

Ganz abwegig sind die Sorgen der Harheimer nicht. Unter dem früheren Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne) hat es so eine Planänderung gegeben. Weil immer mehr Menschen nach Frankfurt ziehen wollen, hatte die Stadt alte Pläne adaptiert und in Bonames-Ost mehr Wohnungen als vorher geplant.

Auch der neue Planungsdezernent Josef ist Freund davon, höher zu bauen. Das bedeutet aber nicht, dass es mehr Wohnungen werden. Wer höher baut, kann mehr Grünflächen freilassen.

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