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Berkersheim Reiter ziehen um

Der Reit- und Fahrverein Niddatal muss seine Halle am Rand von Berkersheim räumen. Die Zukunft des Clubs ist unklar. Auch die Kerbeburschen schlagen Alarm, denn sie verlieren ihren Festplatz.

Frankfurt. Reithalle, Berkersheim TAGESHONORAR.
Lange können Lothar und Marianne Bastian mit Dior und Aisha die Halle nicht mehr nutzen. Foto: Renate Hoyer (Renate Hoyer)

Es kann jeden Tag so weit sein: Seit Montag rechnet der Reit- und Fahrverein Niddatal mit dem Abriss seiner Reithalle. Dieser Termin wurde dem Vorsitzenden Lothar Bastian mitgeteilt. Aktuell wartet er auf einen Anruf des Abrissunternehmens.

Der Verein ist vorbereitet, zumindest auf die nahe Zukunft. Wie es generell mit ihm am Standort Niddatal weitergeht, ist dagegen offen. Bei der nächsten Sitzung des Ortsbeirats 10 am Dienstag, 21. Januar, wird das erneut Thema sein.

Klar ist, dass die Halle für den Ausbau der Main-Weser-Bahn weichen muss. Und klar ist auch, dass die Lösung für diesen Winter keine dauerhafte sein kann: Die rund 30 Reiter können in der benachbarten Halle der Familie Engelhardt trainieren. Doch da diese dort selbst Unterricht und Übungsstunden anbietet, sind die Kapazitäten begrenzt.

Einen weiteren Winter könnte man dort unterkommen, sagt Lothar Bastian. Das werden seine Mitglieder wohl auch müssen, denn er geht davon aus, dass eine neue Halle erst im Frühjahr 2019 fertig ist.

Entstehen soll sie direkt neben der jetzigen. Diese Fläche hat die Bahn momentan im Besitz, um Baumaterialien für die Gleiserweiterung zu lagern. Im Herbst wird das Gelände an eine Reiterin des Vereins zurückverkauft.

Die, so der Vorsitzende, steht als Investorin für eine neue Halle bereit. Bereits jetzt ist sie eines von vier Mitgliedern der Besitzgemeinschaft der Halle, die vom Verein angemietet wird. So soll es auch mit der neuen Halle laufen. Der Bauantrag dazu soll nach Auskunft von Bastian bald gestellt werden.

Robert Lange (CDU), Vorsitzender des Ortsbeirates 10, sähe es lieber, wenn der Verein selbst baut. So käme man auch leichter an Zuschüsse, argumentiert er. Lothar Bastian sieht das anders. Der Verein habe aktuell rund 50 000 Euro in der Kasse, der Neubau würde bis zu 400 000 Euro kosten. „Selbst mit Zuschüssen wäre es uns nicht möglich“, sagt er.

Daher bringt die CDU in der kommenden Sitzung des Ortsbeirats einen Etat-Antrag ein, wonach die Stadt Frankfurt für den Fall, dass die Finanzierung durch eine Privatperson scheitert, „alle realisierbaren Möglichkeiten zum Erhalt des Reitsports im Berkersheimer Niddatal“ unterstützt. Dazu sollen auch „ausreichend Mittel für den wichtigen Wiederaufbau der Reithalle“ zählen.

Auch die Kerb ist ungewiss

Auch der Kerbeverein weiß nicht, wie es weitergeht. Eigentlich würden die Mitglieder gerne mit der Planung der 252. Kerb im September beginnen. Unklar ist indes, ob überhaupt gefeiert werden kann. Bislang hat die Kerb immer neben der Reithalle stattgefunden. Wenn diese jetzt abgerissen wird, fällt auch der Festplatz weg.

Einen Ersatz zu finden ist schwierig. Alle potenzielle Ausweichflächen liegen laut Magistrat im Grüngürtel und kommen nicht in Frage. Im Neubaugebiet Berkersheim-Ost scheide eine Kerb aufgrund der Lärmentwicklung aus.

Die Zeit drängt, das wollen die Kerbeburschen am Dienstag in der Sitzung des Ortsbeirates demonstrieren, wie Vereinsvorsitzender Dieter Wolff sagt. Allmählich müssten Festzelt und Musik bestellt werden. Doch Gespräche zwischen allen Beteiligten für einen neuen Festplatz wurden bislang nicht geführt. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde mehrfach geschoben. Daher leide der Kerbeverein, wie auch die Reiter, „unter der Unfähigkeit der Politik, der Entscheidungsträgheit der Entscheider und dem Unverständnis derer“, moniert Wolff.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) will helfen und hat der Bahn eine Mail geschickt. Darin bittet er, Flächen, die derzeit zur Anlieferung von Baumaterialien genutzt werden, vom 18. bis 24. September für eine Zeltkerb zur Verfügung zu stellen. „Wir reden ja nicht von einem dauerhaften Festplatz“, sagt Lange. Sollte das nicht klappen, will er sich an die Umweltbehörde wenden, um zu erfahren, ob für Wiesenflächen unterhalb der Reithalle, die im Grüngürtel liegen, eine Ausnahmeregelung gefunden werden kann.

Der Ortsbeirat 10 tagt am Dienstag, 16. Januar, um 19.30 Uhr im Saalbau Ronneburg, Gelnhäuser Straße 2.

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