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Berkersheim Pferde, Idylle und Bahnausbau

In Berkersheim geht es beschaulich zu – noch. Viele Bürger und Vereine verfolgen mit Sorge den Ausbau der Main-Weser-Bahn.

Berkersheim
Pferde prägen das Bild in Berkersheim. Es gibt zwei Reitvereine und viele Höfe, wo die Tiere untergebracht werden können. Foto: Rolf Oeser

Wer durch Berkersheim läuft, hat nicht unbedingt das Gefühl, in der Banken- und Europa-Metropole Frankfurt zu sein. Zwar dauert die S-Bahn-Fahrt zum Hauptbahnhof nur 17 Minuten, in die Innenstadt wenige Minuten mehr.

Die glitzernde Welt der Skyline-Hochhäuser ist in dem nordöstlichen Stadtteil aber ebenso weit weg wie das verruchte Bahnhofsviertel. Flughafen und Waldstadion liegen am anderen Ende der Stadt, Industrieanlagen wie in Höchst oder Fechenheim sucht man hier vergebens. Noch nicht einmal einen Supermarkt gibt es in dem Stadtteil. Auch keinen Hausarzt. Keinen Pfarrer. Keine Fußballmannschaft.

Dafür aber die Floorball-Abteilung des TSV Berkersheim, die in ihrer Sportart zu den größten in Deutschland gehört und sogar schon Deutscher Meister war. Mit der Gaststätte „Zum Lemp“ residiert mitten im Dorfkern ein traditionsreiches Restaurant, das mit dem Ensemble „Lempenfieber“ sogar über ein eigenes Theater verfügt. Dessen Motto: „Denn Frankfurt endet nicht im Nordend“. Und die Kerb gibt es seit über 250 Jahren.

Berkersheim hat also mehr zu bieten als Idylle. Dennoch geht es hier meistens so zu, wie es im Dorf eben zuzugehen hat: ruhig und beschaulich, fernab des Großstadttrubels. Mit zahlreichen Pferden, die durch die Gassen traben. Inklusive Eimern und Schaufeln am Straßenrand, um die Hinterlassenschaften der Tiere wegzuräumen.

Wenn, ja wenn da nicht die Main-Weser-Bahn wäre. Sie, auf deren Strecke S-Bahnen am Bahnhof Berkersheim halten, trennt den Dorfkern vom Niddatal. Und deren Ausbau lässt Berkersheim – zum Beispiel die Reiter und die Kerbeburschen – derzeit nicht zur Ruhe kommen.

Berkersheim ist übrigens seit dem 1. April 1910 ein Stadtteil Frankfurts. Er grenzt nordwestlich an Harheim, westlich an den Frankfurter Berg, südlich an Preungesheim und Seckbach sowie nordöstlich an Bad Vilbel.

Erstmals erwähnt wurde der Ort unter dem Namen „Berchgisisheim“ im Jahr 795.  Der Ortsgründer war vermutlich ein Franke namens „Berthgisil“, was soviel wie „prächtiger Jüngling“ bedeutet.

Mit rund 3800 Einwohnern ist Berkersheim – bezogen auf die letzten Daten aus dem Jahr 2016 – der zweitkleinste Stadtteil. Nur das Bahnhofsviertel hat noch weniger Bewohner.

FR vor Ort ist in dieser Woche in Berkersheim zu Gast. Wenn Sie Anregungen und Fragen zu Ihrem Stadtteil haben, rufen Sie uns unter 21 99 - 34 66, -33 67, -37 09 oder -39 31 an. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an
stadtteile@fr.de. bö

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