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Bergen-Enkheim Den Bauernhof in die Stadt holen

Die Tierschau in Bergen-Enkheim bildet den Abschluss des Berger Marktes. In diesem Jahr präsentieren acht von 75 Frankfurter Landwirten ihr Vieh.

Berger Tierschau
Leonie (5) vom Geflügelzuchtverein Frankfurter Berg mit ihrer Zwergente Daisy. Foto: Michael Schick

Ehrfürchtig steht eine Schaar Kinder um das Zuchtbullen-Gehege. Kein Wunder: Das braun-gefleckte Koloss bringt rund 11 000 Kilo auf die Waage – und der große Ring durch seine Nase lässt ihn nicht gerade freundlicher erscheinen. Ausgewachsen ist das Vieh mit seinen zweieinhalb Jahren noch nicht. „Der bringt einmal bis zu 16 000 Kilo auf die Waage“, erklärt Maximilian Walther.

Walther ist Juniorchef des Erlenhofs in Nieder-Erlenbach. Er ist einer der Frankfurter Landwirte, die bei der Tierschau am Rande des Berger Marktes ihr Vieh präsentieren.

Die Tierschau, die traditionell am letzten Tag des Berger Marktes auf einer Wiese am Frohn-Grund-Weg stattfindet, kommt im Stadtteil gut an. Das merkt man an diesem Dienstagmorgen bereits auf der Berger Marktstraße: Langsam aber zielstrebig bewegen sich kleinen Grüppchen, darunter viele Kinder, Richtung Tierschau.

Der Frankfurter Kreislandwirt Matthias Mehl hat die Schau mitorganisiert. Früher sei das mal eine richtige Tiermesse mit Preisverleihung gewesen, erzählt er. „Aber das war ziemlich fachlich, und irgendwann hat das dann niemand mehr verstanden.“ Heute erfülle die Tierschau einen pädagogischen Zweck: Kinder und Jugendliche könnten dort einen Eindruck vom Alltag auf dem Bauernhof bekommen.

Zum Beispiel Dorla, Marven und Luis. Die drei Neunjährigen besuchen die vierte Klasse auf der Kirchnerschule und stehen vor dem Gehege eines Ponys mit dem Namen „Fee“. „Ich finde es hier sehr schön, weil ich Pferde, Ponys und Kühe mag“, fasst Dorla seinen Eindruck zusammen. Im Anschluss an die Tierschau werden die drei Freunde ihre Eindrücke im Unterricht besprechen.

Unter den Besuchern tummelt sich auch Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). Die Wirtschaftsförderung Frankfurt finanziert die Tierschau. „Wir wissen, dass die Landwirtschaft ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft ist“, sagt Frank.

Acht der insgesamt 75 Frankfurter Landwirtschaftsbetriebe präsentieren dieses Jahr ihr Vieh auf der Wiese. Dazu gesellen sich Vereine und Verbände rund um das Thema Landwirtschaft: So ist das auf dem Lohrberg angesiedelte Mainäppelhaus mit einer Saftpresse vor Ort und der regionale Bauernverband verteilt Infoflyer über Rinder, Schafe und Hühner. Am Rande der Wiese können sechs Oldtimer-Traktoren bestaunt werden und auf einer „Strohballen-Hüpfburg“ wird fleißig getobt.

Beim Nachwuchs besonders beliebt ist das Gehege des Geflügelzuchtvereins Frankfurter Berg. „Vor allem die Zwergenten lassen sich gut streicheln“, erklärt Vereinsvorsitzende Sabine Schuldt.

Die fünfjährige Leonie zeigt, wie es funktioniert: Während ihr Onkel die einjährige Zwergente Daisy ruhig auf dem Arm hält, krault Leonie ihr den Kopf. Nur Donald gefällt das nicht. Der ebenfalls schneeweiße Erpel vermisst seine Käfiggenossin und schnattert aufgebracht in ihre Richtung.

Bis zu 20 Rassen würden derzeit auf dem Vereinsgelände gezüchtet, berichtet Schuldt. Nur zur Zier, versteht sich. „Alles was einen Namen hat, kommt nicht auf den Teller.“ Daisy und Donald können also entspannt in die Zukunft blicken.

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