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Baugebiete in Frankfurt „Wir möchten die Äcker erhalten“

Vorsteher Frank Immel blickt auf das Jahr im Ortsbeirat 14 zurück. Das Gremium lehnt es ab, weitere landwirtschaftliche Flächen für neue Baugebiete in Frankfurt aufzugeben.

Frank Immel
Ortsvorsteher Frank Immel auf der Niddabrücke, über die ein Teil des Baustellenverkehrs beim Ausbau der S-Bahnlinie 6 am Berkersheimer Bahnhof abgewickelt werden soll. Foto: Christoph Boeckheler

Frank Immel (CDU), 54, ist seit Mai 2016 Harheims Ortsvorsteher. Der Vermögensberater zog vor zehn Jahren mit seiner Familie nach Harheim. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen im nördlichen Teil des Quartiers.

Herr Immel, das geplante Wohnprojekt Im Niederfeld für 90 Geflüchtete und mehr als 20 Senioren soll kommen, die Flächen für die Reihenhäuser sind schon planiert. Wie finden Sie das?
Die Notwendigkeit der Unterbringung ergibt sich aus der Flüchtlingskrise. Ich hätte mir gewünscht, dass die Laufzeit auf acht bis zehn Jahre begrenzt wird. Diesem Wunsch wurde aber nicht entsprochen, sodass es bei der Laufzeit von 20 Jahren, mit Verlängerungsmöglichkeiten von zweimal fünf Jahren, bleibt. Aufgrund der besonderen Lage und der besonderen Qualität, die die Wohnungen haben werden, gibt es die Zusage, dass nur Familien und Menschen mit einer eindeutigen Bleibeperspektive dort untergebracht werden. Damit eine Integration überhaupt möglich ist. Wir hoffen, dass die Fluktuation gering gehalten werden kann.

Warum wurde das Vorhaben so kontrovers in Harheim diskutiert?
Man muss einfach berücksichtigen, dass es sich um eine Anlage in einem reinen Wohngebiet handelt, dazu noch in einem Neubaugebiet. Das ist ziemlich einzigartig in Frankfurt. Auch in anderen Stadtteilen hätte es da solche Diskussionen gegeben.

Ist die Bebauung des Pfingstbergs für Sie noch ein Thema?
Ich gehe davon aus, dass die Pfingstbergbebauung auf der Agenda bleiben wird, weil SPD und CDU grundverschiedene Ansichten dazu vertreten.

Halten Sie an den Ackerflächen rund um Harheim fest?
Ja, der Ortsbeirat möchte diese Flächen so wie sie sind erhalten.

Im neuen Baugebiet südöstlich des Urnbergwegs wird ein Gewerbe- in ein Wohngebiet umgewandelt. Sind Sie mit der Entwicklung zufrieden?
Trotz hoher Baupreise läuft die Vermarktung gut. Die ersten knapp 40 Reihenhäuser sind laut Baufirma verkauft.

Wann soll Harheim-Süd fertig werden?
Wir haben die feste Zusage, dass es im März losgehen soll, Bürgersteige und Straßen endgültig asphaltiert und fertig werden.

Im Sommer hatte die Stadt mit dem Gedanken gespielt, die Bürgerämter im Norden zu fusionieren. Das ist ja vom Tisch. Bleibt damit alles beim Alten?
Künftig soll sich der Service im Bürgeramt verbessern, denn bisher kann man keine Ausweise beantragen oder verlängern.

Der Ausbau der S-Bahnlinie 6 am Berkersheimer Bahnhof hat begonnen und bis 2022 andauern. Der Verkehr zur Baustelle soll über eine Behelfsabfahrt von der B3a, zwischen Harheim und Bad Vilbel, erfolgen. Warum macht sich der Ortsbeirat trotzdem Sorgen?
Ein Teil des Baustellenverkehrs soll auch über Harheim abgewickelt werden. Da war sogar mal angekündigt, dass die kleine Niddabrücke verstärkt werden soll, damit sie schwere Lastwagen tragen kann. Das ist aber bisher nicht passiert. Zudem ist der Weg zum Berkersheimer Bahnhof im Prinzip einspurig und hat nur einen sehr schmalen Bürgersteig. Es ist schwer vorstellbar, wie dort zusätzlicher Baustellenverkehr fahren soll ohne Radfahrer und Fußgänger zu gefährden.

Blicken wir mal in die Zukunft. Worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr besonders?
Auf den neuen Kunstrasenplatzes bei der SG Harheim. Mit dem Bau soll endlich begonnen werden.

Interview: Clemens Dörrenberg

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