Lade Inhalte...

Stadtteile in Frankfurt Festjahr für Marien

300 Jahre wird Seckbachs evangelische Kirche alt. Den ehrenwerten Geburtstag will sie mit dem ganzen Stadtteil feiern.

01.09.2010 17:49
Andreas Müller
Marienkirche, Seckbach. Foto: FR/Müller

Majestätisch grüßt die Marienkirche von ihrem Hügel herab. Mit ihrer in den Himmel ragenden Nadelspitze gilt sie als das unbestrittene Wahrzeichen des Stadtteils. Am 5. September feiern die rund 2400 Mitglieder der evangelischen Mariengemeinde das 300-jährige Bestehen ihres Gotteshauses. Unmittelbar an der ewig lärmenden Wilhelmshöher Straße gelegen und inmitten des alten Friedhofs im Schatten seiner hohen Bäume und lauschigen Plätze, ist die Marienkirche Oase der Einkehr und der Ruhe.

„Alle Bürger sind herzlich eingeladen, unser Fest und natürlich die Kirche selbst zu besuchen. Unsere Gemeinde hat sich schon immer als Teil von ganz Seckbach verstanden“, sagt Ruth Hettler, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Das gelte auch für die traditionell gute ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche.

Auf den Schultern des achtköpfigen Gremiums mit seinen 140 ehrenamtlich tätigen Helfern lastete bei der Vorbereitung des großen Tages, der Auftakt zu einem ganzen Jubiläumsjahr sein soll, eine Masse an Arbeit. Die Vorsitzende des Vorstandes, Pfarrerin Ute Pietsch, muss wegen einer langwierigen Krankheit schon seit knapp einem halben Jahr ausfallen. Den Gottesdienst am Sonntag wird Pfarrerin Lieve van den Ameele-Steller von der Gemeinde Fechenheim abhalten. Ursprünglich sollte der Festgottesdienst in einer von grundauf renovierten Marienkirche stattfinden. Der am 7. September 1710 eingeweihte Sakralbau sollte unter anderem eine neue Heizung, einen neuen Fußboden und neues Gestühl bekommen und sich nach außen mit einem Anbau an der Rückseite präsentieren, mit mehr Raum für Sakristei und Sanitäranlagen.

Sanierung hat noch nicht begonnen

Die auf Kosten von knapp 1,2 Millionen Euro veranschlagte Sanierung hat bis jetzt noch nicht einmal begonnen. Wegen Einsprüchen anderer Kirchengemeinden gegen eine Liste des evangelischen Regionalverbandes mit insgesamt 13 Kirchen, die künftig nicht mehr aus Kirchensteuermitteln finanziert werden sollen und stillgelegt oder umgewidmet werden sollen. „Mit unseren Vorarbeiten sind wir soweit, dass wir sofort loslegen könnten“, erklärt Doris Bende vom Bau-Ausschuss der Gemeinde. Diese hofft, dass der Weg für die Sanierung im Herbst freigemacht wird.

Wie bei ihrer Errichtung zu Beginn des 18. Jahrhunderts und ihrem Wiederaufbau 1951, als die im März 1944 nach einem Bombardement bis auf die Grundmauern zerstörte Kirche zum „zweiten Leben“ erweckt wurde, trägt die Gemeinde bei der nun anstehenden Generalüberholung abermals eine gehörige Last. Wie das Geld im Jahre 1709 für den „Kirchenbaufonds“ zusammenkam, ist in einem der historischen Dokumente vermerkt. Das Verzeichnis nennt 111 freiwillige Spender, obwohl in Seckbach damals nur 141 Familien wohnten und das Dörfchen nur 630 Seelen zählte. Vom Landgraf kamen immerhin „drei Stamm Eichenholz“.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen