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Stadtpolizei in Frankfurt Stadtpolizei konzentriert sich auf Zeil und Bahnhofsviertel

Der hohe Aufwand, den die Frankfurter Stadtpolizei auf der Zeil und am Bahnhof betreibt, hat Konsequenzen für die Stadtteile. Sorgen bereitet den Einsatzkräften auch das Auftreten mancher Bürger.

Rundgang mit der Stadtpolizei auf der Zeil
Stadtpolizisten überprüfen auf der Zeil auch die Gewerbescheine der Luftballonverkäufer. Foto: Peter Jülich

Die vielen Einsatzstunden der Stadtpolizei im Bahnhofsviertel und auf der Zeil haben zur Folge, dass die Einheit ihr Engagement in anderen Bereichen deutlich zurückfährt. Das wurde bei der Vorstellung der stadtpolizeilichen Statistik am Dienstag im Römer deutlich.

Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) hob hervor, dass die Stadtpolizisten im vorigen Jahr am Bahnhof und auf der Zeil dringend benötigt worden seien. Daran habe sich in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres nichts geändert. Im Bahnhofsviertel sei es als Partner von Landespolizei und Bahn gelungen, die Drogenszene entscheidend zurückzudrängen. Der Aufwand dafür sei allerdings enorm gewesen, sagte Matthias Heinrich, Leiter der Stadtpolizei. So verwendete die Einheit alleine auf die gemeinsamen Streifen mit dem Sicherheitsdienst der Bahn mehr als 7000 Einsatzstunden.

Auf der Zeil verstärkten die Stadtpolizisten von Juni 2017 an ihr Engagement. Unter anderem gingen sie gegen lagernde Obdachlose und Straßenmusiker vor. Hintergrund waren laut Frank zahlreiche Beschwerden, insbesondere von Einzelhändlern.

Andere Aufgaben konnte die Stadtpolizei deshalb weitaus weniger wahrnehmen als in den Jahren zuvor. Beispiele finden sich dafür an vielen Stellen der Statistik, die Frank am Dienstag vorlegte. Die Einsätze des Sicherheitsmobil, an dem vor allem in den Stadtteilen Bürger beraten werden, gingen um 36 Prozent zurück. Um ein Drittel sank die Zahl der Hundekontrollen, es gab 17 Prozent weniger Waffenkontrollen und einen Rückgang von 13 Prozent bei Überprüfungen von Gewerbebetrieben.

Zum Teil seien diese Rückgänge verschmerzbar, sagte Jörg Bannach, der Leiter des Ordnungsamts. Beispielsweise habe es 2016 Einsätze des Sicherheitsmobils gegeben, bei denen in drei Stunden nur zwei Bürger aufgetaucht seien. Die entsprechenden Standorte habe man guten Gewissens streichen können. „Grundsätzlich muss es aber unser Ziel sein, auch wieder mehr in die Stadtteile zu gehen.“

Dass dieser Anspruch schon im laufenden Jahr erreicht wird, konnten aber weder Bannach noch Frank oder Heinrich versprechen. Aufgabe der Stadtpolizei sei es eben, „auf Brennpunkte zu reagieren“, sagte der Leiter des Ordnungsamts. Und wirklich zufriedenstellend ist die Situation am Bahnhof und auf der Zeil aus Sicht der Sicherheitsbehörden noch nicht.

Deshalb setzen die Verantwortlichen ihre Hoffnungen vor allem auf den Ausbau der Stadtpolizei. 20 Mitarbeiter kommen in diesem Jahr hinzu. Zehn treten in der kommenden Woche ihren Dienst an, zehn weitere haben ihre Ausbildung (900 Stunden) im Mai begonnen. Damit wächst die Einheit um zehn Prozent.

Keine Statistik gibt es über Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gegenüber Stadtpolizisten. Dass die Respektlosigkeiten zugenommen haben, steht für Jörg Bannach aber außer Frage. Heinrich berichtete von einem Fall, in dem ein Angreifer versucht habe, einen Polizisten zu entwaffnen. In einem anderen Fall sei ein Mitarbeiter in der B-Ebene des Hauptbahnhofs geschlagen worden. Als Konsequenz aus solchen Attacken hat die Stadt die Ausbildung der Polizisten erweitert. Frank sprach von einem „asozialen Verhalten“ der Täter, das in jedem Fall Strafanzeigen nach sich ziehe.

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