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Stadtpolizei Frankfurt Stadtpolizisten gesucht

Die Eingreiftruppe der Stadtpolizei in Frankfurt soll wachsen. Doch geeignetes Personal zu finden ist nicht einfach.

Stadtpolizei
Die Stadtpolizei hat vor allem mit dem Straßenverkehr mehr zu tun, als ihr lieb ist. Foto: peter-juelich.com

Die Stadtpolizei soll mehr Personal bekommen. „Wir müssen in den kommenden Jahren kontinuierlich wachsen“, forderte Ordnungsdezernent Markus Frank bei der Präsentation der Stadtpolizeilichen Statistik 2016. Argumente dafür gibt es viele. Zunächst einmal, dass auch die Einwohnerzahl der Stadt selbst stetig steigt. Ein weiterer gewichtiger Grund: Die Stadtpolizei wird immer häufiger kontaktiert. Die Zahl der Anrufer beim Sicherheitstelefon ist seit Beginn der Statistik im Jahr 2010 stetig gestiegen, von 13 683 auf zuletzt 18 234 im Jahr, ein neuer Höchststand.

Einerseits freut das die Stadtpolizei, weil es Beleg für die gestiegene Bekanntheit und das Vertrauen in die Behörde sei. Andererseits ist die Stadtpolizei bei vielen Anliegen schlicht nicht zuständig. Sei es, weil es Aufgaben anderer Behörden wie Landespolizei oder Straßenverkehrsamt betrifft, oder weil es um Bagatellen geht, die früher Nachbarn unter sich geregelt haben. „Wir beobachten die Tendenz einer Entsolidarisierung“, klagt Ordnungsdezernent Frank Veränderungen in der Gesellschaft an. Anstatt sich selbst zu kümmern oder das klärende Gespräch mit den Anwohnern zu suchen, werde zum Hörer gegriffen.

Zusätzlich gibt es immer wieder aktuelle Brennpunkte, die einen erhöhten Personalbedarf mit sich bringen, wie die derzeit verstärkten Bemühungen im Kampf gegen Drogenkriminalität im Bahnhofsviertel, wo die Stadtpolizei Frank zufolge zuletzt „Mann und Maus“ brauchte. Die Präsenz in den Stadtteilen und die Zahl der Streifengänge insgesamt hat dadurch 2016 abgenommen. Gut möglich also, dass Stadtrat Frank in einem zweiten Sicherheitsgespräch in Sachen Bahnhofsviertel am Mittwoch die anderen Akteure bitten wird, die Stadtpolizei künftig wieder zu entlasten.

Erhöhter Bedarf ist also unstrittig, doch den Personalbestand auszubauen nicht so einfach. Obwohl die Stadtpolizei zuletzt immer wieder neue Leute eingestellt hat, blieb die Zahl der Mitarbeiter konstant bei etwa 200. „Viele Mitarbeiter sind auch ausgeschieden“, räumt Jörg Bannach, der Leiter des übergeordneten Ordnungsamts, ein.

Die Fluktuation ist hoch, weil die Anforderungen es auch sind, der Verdienst aber nach der Entgelttabelle des öffentlichen Dienstes „nicht üppig“ ist, so Bannach. Frank hofft, die derzeitige Struktur mit etwa einem Drittel verbeamteter Stadtpolizisten beibehalten zu können. Dann könne die Stadt immerhin mit einer guten Altersversorgung werben. Ansonsten hat die öffentliche Hand es nicht leicht, geeignetes Personal zu finden.

Bewerbungen gebe es zwar ausreichend, aber sie entsprechen häufig nicht dem Anforderungsprofil, zumal die Anforderungen eher wachsen. Schon jetzt müssen die Stadtpolizisten eine Grundausbildung von etwa 900 Stunden absolvieren. Zukünftig sollen sie mehr interkulturelle Kompetenzen haben. „Die Stadt verändert sich, wird internationaler“, gibt Frank zu bedenken. Es sei „eine ganz große Herausforderung“, das Personal immer wieder nach den neuen Anforderungen auszurichten.

Bis zum Jahresende soll die Stadtpolizei wenigstens auf die Zahl von 210 Mitarbeitern wachsen und dann nach den Vorstellungen Franks jedes Jahr kontinuierlich zehn bis 15 Mitarbeiter hinzubekommen. Die Zahl dürfe, so Matthias Heinrich, der Leiter der Stadtpolizei, nicht überbewertet werden. Denn von 200 Mitarbeitern seien durch den Schichtdienst nur etwa ein Viertel gleichzeitig auf der Straße. Vor diesem Hintergrund seien die am Montag präsentierten Zahlen „sehr beeindruckend“, findet Ordnungsdezernent Frank.

Mit der Bilanz der Stadtpolizei beschäftigte sich am Montagabend auch der Sicherheitsausschuss im Römer. Die meisten Stadtverordneten zeigten sich zufrieden mit ihrer Arbeit. Uwe Schulz (FDP) und Taylan Burcu (Grüne) sprachen sich für mehr Fahrrad- und Motorradstreifen sowie Einsatzfahrten auf dem Pedelec aus. Christiane Schubring (CDU) wünschte sich konsequentes Vorgehen gegen Straßenmusiker, die zu laut spielen oder zu lange an einem Ort verweilen.

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