Lade Inhalte...

„StadtGrün naturnah“ Frankfurt als Vorbild für Wildwiesen am Straßenrand

Das Label „StadtGrün naturnah“ wurde bundesweit zum ersten Mal vergeben. Fünf Kommunen werden ausgezeichnet, Frankfurt ist dabei.

Stresemannallee
Am Rand der Stresemannallee blüht es schon seit Jahren. Künftig soll es an vielen Straßen so aussehen. Foto: Christoph Boeckheler

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ haben der Stadt Frankfurt am Montag das goldene Label „StadtGrün naturnah“ verliehen. Das Label ist eine Auszeichnung für naturnahe Gestaltung von städtischen Grünflächen. Neben Frankfurt wurden vier weitere Kommunen im Rahmen des Fachkongresses „StadtGrün naturnah“ ausgezeichnet. Die fünf Gemeinden sollen als Pilotstädte für das Labeling-Verfahren dienen. 

Frankfurt erhält die Auszeichnung für die Kampagne zur Neuanlage von Wildwiesen an Straßenrandflächen unter dem Motto „Blumen- und Stadtwiesen im Straßenbegleitgrün“. Erste Projekte gab es bereits vor der Kampagne, sie werden nun intensiviert. 2002 wurde begonnen, die Grünflächen an der Stresemannallee in bunte Wiesen umzuwandeln. Der Niddapark mit seinen weitläufigen Wiesenflächen wurde 1989 für die Bundesgartenschau angelegt. Auch die Umweltbildungsangebote der Stadt erhalten das Label. 

Es ist Bestandteil des Projekts „StadtGrün - Artenreich und Vielfältig“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt des Bundesamtes für Naturschutz integriert ist. Mit insgesamt 1,3 Millionen Euro fördert das Bundesumweltministerium das Projekt von 2016 bis 2021. Jeweils für drei Jahre wird das Label in den Kategorien Gold, Silber oder Bronze verlieren.

Thema Wohnungsknappheit als Hürde

Ziel ist es, die Kommunen in der Entwicklung und Erhaltung von städtischen Grünanlagen zu unterstützen, um damit Artenvielfalt und Biodiversität in den Städten zu erhalten. Wichtig sei insbesondere, die Vorstellungen der Bewohnerinnen und Bewohner miteinzubeziehen, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Das Projekt unterstützt deshalb die Städte primär bei Öffentlichkeitskampagnen und bietet Informationen bezüglich Gestaltung und Pflege der Grünflächen. 

Eine Hürde bei der Vermittlungsarbeit ist das Thema Wohnungsknappheit. Es bietet ein Konfliktpotenzial, das auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grünen) sieht. Sie sei jedoch entschlossen, dass Frankfurt weiterhin Vorreiter beim Thema Artenvielfalt bleibe, auch wenn dies eine Herausforderung für die Zukunft bedeute.

Eine Möglichkeit für Städte kann etwa die Umwandlung von einheitsgrünen Rasenflächen in Blumen- und Gräserwiesen sein. Diese bieten Lebensraum für Insekten, Bienen und Schmetterlinge. „Ein kurzer, gemähter Rasen sieht zwar schön aus, ist aber ökologisch nicht sinnvoll“, meint Peter Gaffert, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ und Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode, die mit dem Bronze-Label ausgezeichnet wurde. 

Mit Beendigung der Pilotphase können sich dieses Jahr Gemeinden bis zum 31. März für das Labeling-Verfahren bewerben. Innerhalb eines Jahres durchlaufen 15 ausgewählte Kommunen das Verfahren, in welchem Projekte und Ideen entwickelt werden.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen