Lade Inhalte...

Stadtgeläut in Frankfurt Fünfzig Glocken läuten die Weihnachtszeit ein

Die Innenstadtkirchen setzen am Samstag rund 65 Tonnen in Bewegung. Das Stadtgeläut hat in Frankfurt Tradition.

Gloriosa
Schwergewicht Gloriosa. Foto: kus

Weihnachten kann man nun wirklich nicht mehr aufhalten. Und wer noch etwas in Stimmung kommen muss, der sollte sich den heutigen Samstag von 16.30 bis 17 Uhr frei halten. Denn das traditionelle Frankfurter Stadtgeläut eröffnet die Weihnachtssaison musikalisch.

Insgesamt 64.805 Kilogramm werden dabei in Schwung versetzt: So viel wiegen die 50 Glocken der zehn Innenstadtkirchen zusammen. „Gloriosa“, eine der zehn 1877 gegossenen Glocken des Kaiserdoms St. Bartholomäus, ist mit ihren 11 950 Kilogramm das Schwergewicht unter den Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen und zudem die zweitgrößte Glocke Deutschlands.

Sie ist über zweieinhalb Meter hoch und breit und wiegt fast 600-mal so viel wie die leichteste Glocke im Geläut, die „Gemperlin“ der Karmeliterkirche. Neben Größe, Gewicht und Alter ist der bedeutendste Unterschied bei den 50 Glocken ihr Schlagton. Die gewaltige Sinfonie, zu der alle Glocken der Innenstadtkirchen zusammenfinden, beginnt mit der 8590 Kilogramm schweren „Bürgerglocke“ der Paulskirche, Höhepunkt ist das Geläut des Doms (neun Glocken), das als letztes dazukommt.

Das erste Geläut der Frankfurter Glocken reicht zurück bis zur Begräbnisfeier von Kaiser Ludwig IV im Jahre 1347. Später erklang das gemeinsame Glockenspiel außerdem bei Krönungen, jedoch noch ohne die harmonische Abstimmung der Glocken aufeinander, wie es heute der Fall ist. Die heutige Komposition geht auf das Jahr 1954 zurück: Im 2. Weltkrieg wurden die Kirchen weitestgehend zerstört. Beim Wiederaufbau der Kirchen wurden auch viele neue Glocken gegossen. Die damaligen Stadtverantwortlichen beauftragten den Mainzer Glocken- und Orgelbausachverständigen Paul Smets, ein Geläut-Konzept zu komponieren.

Die beliebtesten Standorte, um dem Glockenspiel zu lauschen, sind die Hauptwache, der Liebfrauenberg, der Paulsplatz, der Römerberg und der Eiserne Steg. Übrigens: Wer heute nicht kann, hat noch an Heiligabend um 17 Uhr die Chance, das Konzert zu hören.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen